Cover & Klappentext
Das Cover ist in erster Linie düster gehalten, was die Story widerspiegelt. Auf den zweiten Blick bemerkt man die sich überlagernden Bilder. Leider wirkt es etwas überladen. Aufgrund der dunklen Farben hat man Schwierigkeiten, Details zu erkennen.
Der recht ausführliche Klappentext vermittelt ein entsprechendes Bild, was den Leser erwartet. Mich hat es neugierig gemacht.
Meinung
Überwiegend aus der Sicht von Edira, bis auf eine Ausnahme, wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg ist mir leichtgefallen und war einfach, weil ich mich gleich mit Edira verbunden fühlte. Trotz ihres nicht gerade unbeschwerten Lebens hat sie sich einen guten Kern bewahrt, der mich sofort angesprochen hat.
Während ihre Brüder in den Minen arbeiten, stellt sie Tinkturen her, die sie auf dem Markt verkauft. Bis die Familie Fernglove auf ihre Threadmender-Gabe aufmerksam wird. Diese Heilmagie kommt selten vor und verursacht oft den frühen Tod der Trägerin. Aber als ihre Brüder von der um sich greifenden Seuche heimgesucht wurden und ihnen nur noch wenig Zeit verbleibt, geht sie mit den Evers, die ihr ein unwiderstehliches Angebot machen, allen voran das Familienoberhaupt Orin.
Wie schon das Cover zeigt, ist die Geschichte ziemlich düster, was sich auch durch den gesamten ersten Band zieht. Es gibt wenig helle, hoffnungsvolle Momente, die ein wenig Licht ins Dunkel gebracht hätten. Deshalb hatte ich während des Lesens permanent einen angespannten Druck auf der Brust.
Durch den Schreibstil wurde diese Düsternis noch verstärkt, denn er sorgt mit dem angenehmen Tempo für eine gewisse Schwere. Leichtigkeit findet sich kaum. Die Autorin, die mir keine Unbekannte ist, brilliert durch ein geschmeidiges Word-Building, das den Leser durch die Handlung trägt, ganz ohne Stolpersteine. Auch der Aufbau ist toll gelungen, sodass man nach und nach mit Informationen versorgt wird, die einen die ganzen Zusammenhänge verstehen lassen. Dennoch sind viele Dinge vorhersehbar. Nicht alles, aber leider der Großteil.
Edira als Hauptprotagonistin, auf ihr liegt klar der Fokus, wurde komplex dargestellt. Sie liebt ihre Brüder über alles und besitzt ein weiches Herz. Ihre Motivation ist stets positiv. Und diesen Charakterzug bewahrt sie sich, obwohl sie selbst erkennen muss, wie verdorben das Anwesen der Ferngloves ist. Gleichzeitig gibt sie nicht auf.
Natürlich sind nicht alle Charaktere so präsent und wirken zum Teil eher farblos, doch das lässt sich verschmerzen.
Die Evers sind mächtig, reich an Magie und im Grunde unsterblich. Und obwohl Edira ihnen misstrauisch gegenübersteht, ist sie bereit, sich ein eigenes Bild zu machen. Doch gelingt es ihr auch, durch den Glamour, den alles und jeden auf dem Anwesen umgibt, zu sehen?
Ich für meinen Teil wurde toll unterhalten, auch wenn ich mir ein wenig mehr Gegensätze gewünscht hätte. So herrschten die eher negativen Gefühle vor, weil die wenigen guten sich kaum behaupten konnten. Des Weiteren ist die Vorhersehbarkeit ein Punkt, der sich eher ungünstig auswirkte. Aber es ist ja erst der Anfang der Chroniken, deshalb sind bei Weitem noch nicht alle Fragen geklärt und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Fazit
Ein schöner Beginn einer garantiert noch vielschichtigen Chronik, die einen schnell in ihren Bann zieht. Trotz der gedrückten Stimmung.
Die Geschichte brilliert mit jeder Menge Emotionen und einer grandiosen Hauptprotagonistin, die nicht aufgibt. Auch ohne die typischen Heldeneigenschaften besinnt sie sich auf ihre Werte.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.