"Dodo" von Mohana van den Kroonenberg ist eine sehr berührende Geschichte über einen zwölfjährigen Jungen. Dorian kommt auf eine neue Schule. Bei der Vorstellungsrunde geht für ihn alles schief, was nur schiefgehen kann. Er beschließt daraufhin, nie mehr zu reden - mit niemandem - und zieht sich immer mehr in sich zurück. Der einzige Freund, der ihm bleibt, ist ein Dodo, zu dem er eine tiefe Verbindung spürt.
Es gibt einige lustige und leichte Szenen, doch man merkt beim Lesen, dass es Dorian die meiste Zeit nicht gut geht. Er flüchtet sich in eine Fantasiewelt, schwelgt in Erinnerungen und kapselt sich von allen ab. In seiner Fantasie spürt er noch eine gewisse Leichtigkeit, doch in der Realität ist Dorian traurig und allein.
Mohana van den Kroonenberg spricht damit ein schwieriges Thema für Jugendliche an. Der Übergang zu einer neuen Schule ist oft herausfordernd und viele sind gerade in dieser Zeit von Selbstzweifeln geplagt. "Dodo" ist ein vorwiegend ernstes Buch, denn Dorian macht sich viele Gedanken darüber, wer er ist, wer er sein möchte und was ihn so unzufrieden macht: Er selbst? Seine Freunde? Seine Mitschüler? Oder etwas anderes?
Dorians Probleme sind so greifbar für alle Lesenden, auch wenn man selbst nicht davon betroffen ist. Man spürt seine Selbstzweifel, seine Unsicherheit und seinen Wunsch, dazuzugehören. Doch die Botschaft, die in "Dodo" steckt, ist durchweg positiv. Sie zeigt, wie wichtig Freundschaft ist, aber auch, dass manche Menschen Zeit, Hilfe und Verständnis brauchen. Die Geschichte macht Mut, zu den eigenen vermeintlichen Makeln oder Schwächen zu stehen und sich bei Problemen Hilfe zu suchen.
Sicherlich ist "Dodo" keine einfache Geschichte, aber vor allem Kindern, die selbst an sich zweifeln oder nach einem Schulwechsel verunsichert sind, könnten hier Bestärkung finden, denn sie zeigt auch, dass die meisten Menschen irgendwelche Ängste oder Sorgen haben und dass ein anderer Blickwinkel manchmal hilft, um diese zu überwinden.