Worum gehts?
Vor einem Jahr verschwand die 17-jährige Lilly spurlos. An ihrem 18. Geburtstag taucht sie plötzlich wieder auf. Abgelegt vor einem Krankenhaus. Traumatisiert. Und ohne jede Erinnerung daran, was mit ihr geschehen ist. Wo war sie all die Monate? Was wurde ihr angetan? Und was haben die Raben damit zu tun?
Meine Meinung:
Die Reihe um Nils Trojan und Carlotta Weiss ist für mich inzwischen einfach ein Garant für Spannung. Und mit Rabenland beweist Max Bentow einmal mehr, warum diese Serie zu meinen absoluten Lieblingsthrillern und Must-Reads gehört. Die Atmosphäre ist düster und beklemmend, die Geschichte emotional, unerwartet und fesselnd vom ersten Buchstaben an.
Dabei lernen wir auch Carlotta und Nils wieder ein Stück besser kennen während die beiden gleichzeitig immer mehr über sich selbst herausfinden. Nils beispielsweise findet einen Weg, seine Panik zumindest etwas zu besänftigen. Aber auch unabhängig davon gefällt mir die Dynamik zwischen den beiden unheimlich gut. Wie sie gemeinsam überlegen, spekulieren und sich mit ihren Gedanken gegenseitig ergänzen, macht einfach Spaß. Die anderen Mitglieder des Teams sind diesmal eher Randfiguren. Dafür begleiten wir aber auch Lilly intensiver - eine unglaublich spannende Figur.
Und dann ist da natürlich der Fall. Und der ist, wie wir es von Max Bentow gewohnt sind, absolut undurchsichtig, unvorhersehbar und endet wieder mit einer Auflösung, mit der man zu Beginn niemals gerechnet hätte. Aber ich will gar nicht vorweggreifen, denn erst einmal sind wir ja am Anfang. Und selbst der ist schon erschreckend genug. Dazu kommen die Ermittlungen, die Ausflüge in das abgelegene Waldgebiet, der Bunker so viele geniale Schauplätze, die wie geschaffen für einen Psychothriller sind und für eine wunderbar unheimliche Atmosphäre sorgen. Und das Gruseligste? Definitiv die Puppen und die Raben
Dieser Fall hat es wirklich in sich. Zunächst fischen Nils und Carlotta völlig im Trüben, denn sie haben praktisch keine Anhaltspunkte. Und trotzdem stoßen sie schon dort auf grausige Dinge, von denen man eigentlich lieber gar nichts wissen möchte. Je näher sie schließlich der Wahrheit kommen, desto unglaublicher wird die Geschichte. Düsterer. Unvorhersehbarer. Verstörender. Und selbst an dem Punkt, wo man denkt: Ah, jetzt weiß ich, was kommt! weiß man eigentlich gar nichts. Denn was dann passiert, ist einfach nur unglaublich. Man rechnet nicht damit. Man will nicht damit rechnen. Man darf eigentlich gar nicht damit rechnen. Und trotzdem ist es genau so.
Genau das macht Rabenland für mich wieder zu einem grandiosen Psychothriller. Max Bentow schafft es, eine Geschichte immer weiter zuzuspitzen, bis man glaubt, jetzt könne eigentlich nichts mehr kommen und dann legt er noch einmal nach. Ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf den nächsten Fall und bin gespannt, was Nils und Carlotta dort erwartet. Denn bei Max Bentow wird selbst das Unmögliche möglich.
Fazit:
Düster, atmosphärisch, verstörend und herrlich unvorhersehbar: Rabenland hatte für mich wieder alles, was ich an Max Bentows Thrillern so liebe. Ein Fall, der immer unglaublicher wird, eine beklemmende Atmosphäre und eine Auflösung, bei der ich nur dachte: Das kann doch jetzt nicht wirklich sein! Für mich wieder ein absolutes Highlight der Reihe und definitiv nichts für schwache Nerven.
5 Sterne von mir.