Julie hat sich ihr kleines Haus am Strand nicht einfach ausgesucht. Es ist der Ort, an dem sie nach allem, was hinter ihr liegt, noch einmal neu anfangen möchte. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass endlich etwas Ruhe eingekehrt ist. Umso schneller wird klar, dass das Leben andere Pläne hat. Kaum scheint alles in die richtige Richtung zu gehen, steht das Unerwartete schon wieder vor der Tür.
Besonders gern habe ich die Abschnitte mit Dixie gelesen. Die Rückkehr ihres Sohnes bringt vieles durcheinander und man spürt, dass niemand so recht weiß, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Es gibt keine schnellen Antworten und genau das hat für mich gut gepasst.
Julie versucht immer wieder, für ihre Familie da zu sein. Gleichzeitig merkt sie, dass ihre Töchter ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen, auch wenn sie manches anders machen würden. Diese Momente kamen ganz ohne großes Drama aus und wirkten gerade deshalb ehrlich.
Auch Dawson spielt wieder eine wichtige Rolle. Zwischen ihm und Julie passiert nichts Hals über Kopf. Beide gehen vorsichtig miteinander um und lassen sich Zeit. Das machte ihre gemeinsame Geschichte angenehm zu lesen.
Die kleine Küstenstadt ist diesmal wieder ein Ort, an den man gern zurückkehrt. Die Menschen kennen sich, reden miteinander und helfen sich, wenn es nötig ist. Das zieht sich durch das ganze Buch und gibt vielen Szenen eine ruhige Stimmung.
Nicht jede Entwicklung hat mich überrascht. Manche Dinge waren schon früh zu erahnen. Das hat mich aber kaum gestört, weil für mich nicht die Spannung im Mittelpunkt stand. Viel wichtiger war zu sehen, wie die Figuren mit dem umgehen, was auf sie zukommt.
Nach den letzten Seiten hatte ich das Gefühl, Julie und die anderen ein gutes Stück begleitet zu haben. Es ist keine Geschichte, die von großen Wendungen lebt. Für mich waren es eher die vielen kleinen Augenblicke, die im Gedächtnis geblieben sind. Wer den ersten Band mochte, wird sich auch hier schnell wieder zurechtfinden und vertraute Gesichter wiedersehen.
4 Sterne.