Die Gemeinde Espelette im französischen Teil des Baskenlandes ist Ziel von vielen Touristen, die den Jakobsweg gehen wollen. Deshalb stört es auch, dass es einen Schäfer gibt, der mit Gewehrschüssen die Wanderer erschreckt. Außerdem har er ein besonderes Verhältnis zu einem wolf, der die Schafe von anderen Schäfern reißt. Alle in Espelette hassen ihn und deshalb ist es verwunderlich das die Tochter des Schäfers mit ihm ausgeht, da er ihr Leben gerettet hat. Es war ein schöner Abend auch für den Einsiedler, doch am nächsten Morgen wird er tot aufgefunden. Das ruft die Polizisten Luc Verlain und seinen baskischen Kollegen Etxebarria auf den Plan. Zusätzlich wird ihnen noch die Polizistin Schellinger zur Seite gestellt. Sie tappen lange in Dunkeln doch durch Zufall kommen sie dem Mörder auf die Spur.
Wolfstal von Alexander Oettker ist ein Aquitaine-Krimi mit dem Ermittler Luc Verlain. Es ist ein spannender und gut inszenierter regionaler Krimi, mit interessanten Ermittlern in einer sehr speziellen Region, dem Baskenland. Die Personen dieses Ermittlerteams sind allesamt sehr speziell, allen voran Luc, einem erfahrenen und hochdekorierten Polizisten aus Bordeaux, der dort mit seinen Chefin liiert ist und ein Kind hat. Dieses wird auch immer wieder thematisiert und gibt dem Krimi eine Menschlichkeit, die Spaß macht. Ebenso sein baskischer Kollege und Freund ist sehr interessant beschrieben, nur die neue Kollegin ist still, griesgrämig und zurückgezogen und passt eigentlich nicht ins Team. Es ist so, als wenn sie ein Geheimnis mit sich tragen würde. Die Story um den Mord an dem Schäfer ist sehr gut entwickelt und aufgebaut. Das Cover zeigt schon den Weg, denn es ist ein Blick aus den Bergen auf das Meer. Der Autor erzählt diese Geschichte sehr leicht und bildhaft, so dass jedenfalls mein Kopfkino gleich angesprungen ist und ich mich gut in die Region hineinversetzen konnte. Die Spannung ist sehr gut auf den Punkt gebracht und lässt den Leser miträtseln und auch die Hilflosigkeit spüren, und zum Ende nimmt die Spannung rapide zu.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis, weil ich mich gut in die Szenen hineinversetzen kann und auch die Beschreibung dieser Region und deren Menschen macht mich sehr neugierig. Für mich ist dieser Krimi sehr lesens- und empfehlenswert.