"Was du siehst" ist ein Roman, der mich von den ersten Seiten an gefesselt hat. Laura Maaß erzählt mit einem lebendigen, flüssigen und erfrischenden Schreibstil, der die Szenen bildhaft vor Augen führt und die Figuren schnell nahbar macht. Die Geschichte spielt über mehrere Jahrzehnte hinweg und begleitet Menschen, deren Leben durch Flucht, Neubeginn und ein lange gehütetes Geheimnis geprägt wird. Auch wenn die Geschichte und die handelnden Personen frei erfunden sind, spürt man, dass einige Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen und genau das verleiht dem Ganzen eine besondere Tiefe und Authentizität.
Die Autorin versteht es, ihre Figuren nicht nur über Worte, sondern auch über Zwischentöne zum Leben zu erwecken. Man hat das Gefühl, ihnen direkt zu begegnen, ihre Blicke, Gesten und kleinen Eigenheiten wahrzunehmen. Die Handlung entwickelt sich in einem guten Tempo, hält immer wieder Überraschungen bereit und hat mich bis zur letzten Seite nicht losgelassen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig ernste Themen eingeflochten werden, ohne die Geschichte zu beschweren. Es gibt Momente voller Spannung, leise emotionale Szenen und Passagen, die einen einfach mit einem warmen Gefühl zurücklassen.
Dass es sich um den Debütroman von Laura Maaß handelt, macht das Ganze noch bemerkenswerter. Für mich ist dieses Buch eine rundum gelungene Mischung aus Erzählkunst, glaubwürdigen Figuren und einer Geschichte, die lange nachklingt.
Beim Lesen habe ich mich mal berührt, mal neugierig, mal nachdenklich gefühlt und vor allem wollte ich immer wissen, wie es weitergeht. Ein Buch, das ich mit Freude und Überzeugung weiterempfehle.
Von mir gibt es volle 5 Sterne.