Mit dem Regio-Krimi "Ernten, Essen, Enkeltrick" präsentiert Gisela Garnschröder einen neuen aufregenden Fall für Isabella Steif und Charlotte Kantig. Hierbei handelt es sich den 14. Band aus der erfolgreichen Reihe "Ein Steif-und-Kantig-Krimi"; der Kleinstadtkrimi erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Das schöne Cover ist in warmen Herbstfarben gehalten. Ein Labrador bewacht einen Karren mit Früchten und Gemüsen, wie man ihn zum Erntedank bewundern kann, im Hintergrund ist ein altes Fachwerkhaus auszumachen. Dagegen setzt der eingängige Titel auf Alliteration, er bleibt im Gedächtnis haften.
Was das literarische Genre angeht, handelt es sich um cosy crime. Im Fokus der Reihe stehen die Schwestern Isabella Steif und Charlotte Kantig, zwei ehemalige alleinstehende Lehrerinnen, die ihren wohlverdienten Ruhestand in Begleitung des Labradors Balu in einem idyllischen Dorf mitten im Münsterland Ort Münsterland verbringen. Isabella und Charlotte wohnen direkt nebeneinander in zwei gepflegten Doppelhaushälften, sie gönnen sich ihre Privatsphäre, bleiben aber immer in Kontakt. Auf den ersten Blick scheinen sie nicht allzu viel gemeinsam zu haben, aber trotz der unvermeidlichen Kabbeleien hängen sie aneinander. Isabella und Charlotte sind am aktuellen Tagesgeschehen interessiert und in alle Aktivitäten in der Gemeinde eingebunden. Die zwei cleveren Seniorinnen haben ein wachsames Auge auf ihre direkte Nachbarschaft, sie beobachten aufmerksam das Geschehen in ihrer Umgebung, um etwaige Auffälligkeiten bei der lokalen Polizeidienststelle melden zu können. Auch wenn sie mitunter eigenwillig und starrsinnig agieren, sind mir die ambitionierten Hobby-Ermittlerinnen im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen, sie haben sich sozusagen zu guten Freundinnen entwickelt, die man nicht mehr missen möchte.
Im 14. Band greift Gisela Garnschröder eine gängige Masche von Kriminellen auf, die betagte, gutgläubige Menschen um ihr Vermögen bringen. Eingebettet sind die schockierenden Verbrechen in die aufwendigen Vorbereitungen für das anstehende Erntedankfest in der fiktiven Kleinstadt Oberherzholz. Dank des angenehmen Schreibstils lässt sich dieser Kleinstadt-Krimi leicht und locker lesen, er atmet viel Lokalkolorit und gewährt kleine Einblicke auf das "ruhige" Leben auf dem Land. Wer humorvolle, spannende Unterhaltung mit Münsterland-Flair schätzt, sollte sich diese interessante Reihe nicht entgehen lassen.