Meinung:
Optisch steht diese Fortsetzung ihrem Vorgänger in nichts nach. Auch wieder extrem ansprechend gestaltet und einfach eine Augenweide.
Trotzdem hatte ich erstmal wenig Lust auf die Geschichte, denn, ich hatte vorab schon erfahren, dass es sich hierbei nicht, wie groß angekündigt, um den Abschluss einer Dilogie handelt, sondern dass diese Fortsetzung erneut sehr offen und mit einem Cliffhanger endet.
Natürlich kann es immer mal passieren, dass ein Autor/eine Autorin merkt, dass eine Geschichte doch mehr zu erzählen hat und sich eine Reihe deshalb verlängert. Aber dann erwarte ich, dass die Info dazu auch zügig überall geändert/angepasst wird und das ist bei der Verlagsseite leider immer noch nicht der Fall, obwohl Teil 3 ja bereits im März erscheint.
Nachdem ich den Ärger darüber etwas habe sacken lassen, konnte ich mich doch auf die Fortsetzung einlassen. Sie geht recht nahtlos da weiter, wo der Auftakt aufgehört hat, aber trotzdem habe ich mich anfangs etwas schwer getan, alles wieder richtig zuzuordnen. Vor allem die vielen (teils farblosen) Personen aus dem Auswahlprozess waren mir nicht mehr alle präsent und leider gibt es kaum Erinnerungsstützen zum Vorgänger.
Ich fand die Entwicklung anfangs durchaus spannend, aber mit der Zeit hatte ich doch das Gefühl, dass sich alles ein bisschen im Kreis dreht und wir wieder keine wirklichen Antworten erhalten. Weder darauf, was die Masken wirklich wollen, noch darauf, wie das Ritual des Lichts genau abläuft und auch nicht, wer die Stimme aus dem Off ist, die in diesem Band aber eh kaum zu Wort kommt.
Das finde ich etwas schade und bestätigt mich eher darin, dass die Reihe als Dilogie vielleicht gar nicht so schlecht gewesen wäre. Denn, an sich finde ich das Grundthema immer noch extrem interessant, mag die Charaktere, die sich hier auch nochmal weiterentwickeln und neue Seiten von sich zeigen (müssen) und auch ungleiche Allianzen schließen. Es gibt auch durchaus einiges an Spannung und Gefahren, und es werden neue Fragen aufgeworfen, aber wie gesagt, diese eben kaum beantwortet. Und manches wiederholt sich sogar, sodass ich es z. B. ultraleichtsinnig und nicht ganz schlüssig fand, wie sich Nara am Ende verhalten hat.
Trotz dieser Kritikpunkte, hat die Autorin es aber dennoch geschafft, mich wieder an die Geschichte zu fesseln. Ihr Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen und die Seiten sind durchaus dahin geflogen. Mich würde es immer noch interessieren, wie die Geschichte nun ausgeht und welche Geheimnisse dahinter stecken, denn da gibt es einiges an Potential. Aber ich befürchte fast, dass die Reihe nun sogar auf 4 Bände ausgeweitet wird (auch wenn es dazu noch keine offiziellen Infos gibt, aber mit den 4 Elementen würde sich das nun einfach anbieten), und dann auch Teil 3 eher wenig Antworten liefert
Fazit:
Optisch wieder eine Augenweide, an sich immer noch ein spannendes Grundthema, ein interessantes Worldbuilding und interessante Charaktere, aber leider wenig Antworten. Durch den tollen Schreibstil trotzdem unterhaltsam und schnell lesbar, und ich bin auch immer noch auf die Hintergründe gespannt, aber habe schon das Gefühl, dass sich alles etwas im Kreis dreht und die Reihe künstlich etwas in die Länge gezogen wird und finde es nicht gut, dass sie teilweise immer noch als Dilogie beschrieben wird, obwohl sie das ja definitiv nicht ist. Trotz allem vergebe ich gute 3,5 Sterne.