Chelsea Bieker erzählt uns in ihrem Roman "Madwoman" die zutiefst erschütternde Lebensgeschichte von Clove.
Clove lebt mit Mann und Kind in einer Welt, die sie sich durch Lügen aufgebaut hat. Niemand kennt ihre Geschichte, auch ihr Mann nicht. Clove lebt in ihrer selbstgemachten Welt, die von Kontrolle und übertriebenem Gesundheitsbewusstsein geprägt ist. Durch einen Brief, den ihr ihre Mutter aus dem Gefängnis schreibt, kommt ihre verdrängte Vergangenheit wieder hoch. Was passiert, wenn ihr Mann davon erfährt? Wie wird sie mit der erneuten Konfrontation mit dem Erlebten fertig?
Der Roman ist keine leichte Kost, schildert er doch auf sehr eindrückliche Weise, wie sich häusliche Gewalt in der Familie auswirkt und auch Auswirkungen auf nachfolgende Generationen hat. Die Schilderungen selbst sind teilweise so drastisch, dass ich das Buch zwischendurch weglegen musste, um tief durchzuatmen. Ich habe geschwankt zwischen Mitgefühl mit Clove, Traurigkeit und unglaublicher Wut. Wut auf die Männer, die ihren Familien das antun, aus den unterschiedlichsten Gründen. Wut auf die Menschen, die wegsehen wenn in ihrem Umfeld alles auf häusliche Gewalt hindeutet.
Es empfiehlt sich, die Triggerwarnung VOR der Lektüre des Romans zu lesen, die Schilderungen sind heftig und gerade deshalb beängstigend. Am Ende des Romans sind Hilfsorganisationen für Opfer häuslicher Gewalt aufgeführt, Anlaufstellen für Betroffene. Dank an die Autorin hierfür!
Es sollte mehr Bücher dieser Art geben, die in Romanform ein so wichtiges Thema aufgreifen. Ich wünsche diesem Roman auch in Deutschland viele Leserinnen aber auch und besonders männliche Leser.