Ich mag Genevieve Novak in ihrer Art Geschichten zu erzählen sehr gern. Bereits mit ihrem Debütroman No Hard Feelings begeisterte sie mich in meiner Leselust. Crushing, ihr aktueller Roman, erschienen beim Pola Verlag, ein Verlagsimprint aus dem Hause Bastei Lübbe, hat bei mir einmal mehr lebhaftes Interesse ausgelöst.
Wieder geht es um junge Frauen und ihr Lebenskonzept, um die Entwicklung ihrer ganz privaten Sicht auf ihre Lebensumstände, eine Reflexion ihrer Gedanken und Gefühle, um Chancen wahrzunehmen zur Steigerung des Selbstwertgefühls und gleichzeitig um das Finden und Ausfüllen des Platzes im Leben, der den Wohlfühlfaktor in den Mittelpunkt stellt.
Die Autorin überzeugt mich durch ihre witzige, unbekümmerte Art, aktuelle Themen wie die Möglichkeiten der Selbstliebe, Eigenwahrnehmung, positiver Umgang mit stark empfundener Einsamkeit, Nichtbeachtung, Zurückweisung, Co-Abhängigkeit und die schrittweise Entwicklung einer zukunftsorientierten, bewussten Gestaltung des eigenen Lebens für ein erfülltes Dasein, aufzugreifen, diese spannend und unterhaltend mit einer Portion Gesellschaftskritik zu verpacken. Sie lässt ihre achtundzwanzigjährige Protagonistin Marnie aus ihrer Krisenstimmung heraus erzählen, die sich seit Jahren immer wieder aus ihren gescheiterten Beziehungen heraus erklären lassen und deren Ursachen sie nicht zu erkennen vermag. Dabei scheint um sie herum, die Welt in Sachen gleichberechtigter Partnerschaft auch nicht unbedingt reibungslos zu funktionieren. Aber man arrangiert sich. Und nun fragt sie sich warum ihr dieses Kunststück nicht gelingt? Als sie den äußerst sympathischen, gutaussehenden Isaac auf einer Party kennenlernt, glaubt sie in freundschaftlicher Verbundenheit zu ihm, zumindest ihr Mitteilungsbedürfnis befriedigen zu können. Doch nichts ist wie es scheint, denn Isaac hat eine Freundin, die er nicht verschweigt. Sorgt er damit für Konfliktpotenzial?
Die Gegenwartsliteratur zeigt sich mit diesem Roman einmal mehr als Spiegel unserer Gesellschaft.