Nachdem die Cheerleaderin Ella eiskalt von ihrem Ex-Freund abserviert wird, ist alles, was sie sich wünscht, ein gelungenes Auslandsjahr in Nashville verbringen zu können. Sie möchte alles geben, um die Cheer Squad ihrer neuen Universität zu bereichern - und eine einmalige Chance ergreifen zu können. Doch gleich am ersten Abend trifft Ella auf den Quarterback Hudson. Was zunächst als lockere Bekanntschaft zwischen den beiden beginnt, entwickelt sich schon bald zu deutlich mehr, bis es den beiden immer schwerer fällt, das Knistern zwischen ihnen zu ignorieren...
Ich habe bisher kaum etwas aus dem Genre "Sports Romance" gelesen. Als ich "Cheer for Love" zum ersten Mal entdeckt habe, war ich so sehr gespannt darauf, was mich hier erwartet. Das tolle Cover und der interessante Klappentext haben letztendlich nicht zu viel versprochen. Denn der Genrebegriff ist hier Programm: Die Handlung legt ihren Fokus auf das Cheerleading und teilweise auch auf den Footballsport, ermöglicht immer wieder spannende Einblicke ins Training und in Wettkämpfe oder Spiele. Ich hatte zuvor keinerlei Kenntnisse über diese beiden Sportarten, konnte mir im Laufe dieses Buches aber ein umfassendes Gesamtbild davon machen. Hin und wieder habe ich mir ein Glossar gewünscht, um bei schwierigen, neuen Begriffen einen besseren Überblick behalten zu können. Das ist aber wohl Meckern auf hohem Niveau.
Abseits des sportlichen Aspekts hat diese Geschichte neben einer soliden Romance vor allem tolle Charaktere zu bieten. Zahlreiche (überwiegend) herzliche Teammitglieder sorgen für eine wohlige Atmosphäre. Und auch die Protagonisten Ella und Hudson sind beide gelungene, interessante Figuren. Gerade Hudson ist keineswegs der klassische, klischeebehaftete "Bad Boy". Er überzeugt durch seine Eigenheiten und ist ein wirklich liebenswerter und greifbarer, zugleich aber starker Bookboyfriend. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Ella empfand ich trotz einigem Hin und Her im Ganzen als sehr rund. Die Autorin Ki Stephens lässt den Leser die Chemie zwischen den beiden spüren, und auch wenn ein großes Feuerwerk der Gefühle ausbleibt, so ist der Romance- und Spiceanteil doch durchaus schön zu lesen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch auch vor tiefgehenderen Themen nicht zurückschreckt. Neben einer Zwangsstörung werden beispielsweise auch schwierige familiäre Beziehungen thematisiert, was der Geschichte von Ella und Hudson ein Alleinstellungsmerkmal und noch mehr Authentizität verleiht. Leider werden diese Thematiken oftmals nur oberflächlich abgehandelt, obwohl diese zuvor doch so rund in die Geschichte integriert wurden.
Insgesamt hat mich "Cheer for Love" trotz kleinerer Schwächen gut unterhalten. Wer Lust auf Sports Romance mit Fokus auf dem Sportaspekt hat, sollte sich diesen Einzelband näher ansehen. Ich werde nun sicherlich mehr aus diesem (Teil-)Genre lesen!
4/5 Sterne