Wir befinden uns auf einer Insel weitab vom Festland Schottlands , viele Einwohner gibt es nicht. Das Sagen im Dorf hat der Pfarrer. George und Richie, unsere beiden Ermittler werden nicht gerade überschwänglich empfangen, sollen sie doch einen angeblichen Suizid aufklären.
Laura McCluskey hat mit "Wolfskälte" einen kalten, düsteren und geheimnisvollen Krimi geschrieben, der für meinen Geschmack eher ein gruseliger Roman war, als ein Krimi. Sie versteht es mit ihrer flüssigen und leicht lesbaren Sprache richtig gut, die Stimmung auf der Insel einzufangen, der eine oder andere Schauer ist mir über den Rücken gelaufen. Und nicht nur wegen des Wetters! Das Cover passt gut zu dieser windgepeitschten Insel, vermittelt es doch perfekt Stimmung und Wetter. In der Regel sind mir Cover ziemlich egal, aber dieses passt gut!
Die beiden Ermittler sind zwei völlig unterschiedliche Menschen. George (eigentlich Georgina) ist jung, zielstrebig, mutig, hat schon schlimmes erlebt. Richie ist doppelt so alt, steht kurz vor der Rente und eher der zurückhaltende Typ. George muss nicht nur sich selbst beweisen, dass sie gut ist. Dadurch begibt sie sich auch immer wieder in Gefahrensituationen. Die eingeschworene Gemeinschaft der Dorfbewohner machen es ihr zudem nicht gerade leicht. So richtig sympathisch war mir keine/r von ihnen. Alle sind rätselhaft und scheinen etwas zu verbergen!
Die düstere Atmosphäre auf der Insel hat mir gut gefallen, recht schnell hatte ich Vermutungen, mit der Auflösung wurde ich trotzdem überrascht. Nicht zu fassen, was sich auf dieser Insel alles zugetragen hat! Eines ist für mich sicher: Auf dieser Insel möchte ich weder leben und auch nicht begraben sein. Warum? Das muss jeder selbst lesen und wird mir sicherlich zustimmen...
Von mir gibt es gute 4 Sterne für diesen etwas anderen Krimi, dazu eine Empfehlung nicht nur für Schottlandfans!