Worum gehts?
Anna Salomon ist forensische Psychologin, jung, klug und eigentlich mitten im Leben. Doch ihre Schwester ist tot. Zumindest fast. Ihre Leiche wurde nie gefunden, nur Blut, viel zu viel Blut. Und diese Spur führt Anna nach Weyer, in ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem nicht Resozialisierung, sondern Abgründe verwahrt werden. Ein Ort, an dem Wahrheit ein gefährliches Gut ist und Vertrauen ein Luxus, den man sich besser nicht leistet.
Meine Meinung:
Von Sarah Bestgen hatte ich im Vorfeld viel gehört, entsprechend hoch war die Erwartung an ihren Thriller Safe Space. Und ja: Dieses Buch hat ordentlich Wucht. Der Thriller gibt intensive Einblicke in den Alltag einer forensischen Psychologin und in die beklemmende Atmosphäre eines Hochsicherheitsgefängnisses. Der Schreibstil ist dicht, eindringlich und lässt kaum Luft zum Atmen. Besonders stark sind die wechselnden Perspektiven, die gleichzeitig Orientierung geben und gezielt verunsichern. Genau das, was ein Thriller tun sollte.
Sarah begleiten wir in der Gegenwart. Irgendwie mag ich sie, auch wenn sie immer etwas ungreifbar bleibt. Dann lesen wir noch aus Sicht von Leon und Auszüge aus dem Tagebuch ihrer Schwester. Ihrer Schwester, die ihr sehr ähnlich ist, und doch ein völlig anderes Leben geführt hat, mit der sie aber noch mehr verbindet, als sie sich je erträumen könnte.
Der Aufbau der Story trägt dann die Spannung von selbst und es geht direkt richtig los. Vor allem die Tagebuchauszüge gehen unter die Haut. Ansonsten baut sich das Finale im Laufe des Buches immer mehr auf, die Geschehnisse und Vorahnungen prickeln unter der Haut und heizen die Fantasie an so ging es zumindest mir. Leider gab es in der Mitte einige Längen, die sich stellenweise etwas trocken lesen. Dafür wird es am Ende unglaublich spannend. Ja, ich habe es kommen sehen, auch wenn die Autorin versucht hat, eine falsche Fährte zu legen. Und dennoch ist es einfach genial und unbegreiflich und erstaunlich, dass Anna das nicht gesehen hat. Ab diesem Punkt gibt es kein langsames Lesen mehr. Das Tempo schießt hoch, Seiten fliegen, Gedanken rasen. Dieses Buch ist eine brennende Zündschnur. Du siehst die Explosion kommen, kannst nichts dagegen tun und bist am Ende trotzdem erleichtert, wenn es endlich knallt.
Fazit:
Safe Space von Sarah Bestgen überzeugt mit einem intensiven Einblick in die Arbeit einer forensischen Psychologin und dem beklemmenden Setting eines Hochsicherheitsgefängnisses. Der Schreibstil ist dicht und fesselnd, die wechselnden Perspektiven sorgen gleichzeitig für Orientierung und gezielte Verunsicherung. Besonders die Tagebuchauszüge der Schwester gehen unter die Haut und tragen viel zur düsteren Atmosphäre bei. In der Mitte gibt es ein paar ruhigere, sachlichere Passagen, die das Tempo kurz bremsen. Das Finale steigert sich dafür konsequent und zieht das Lesetempo spürbar an. Auch wenn man eine Ahnung vom Ausgang haben kann, ist das Ende konsequent, wirkungsvoll und rund.
4 Sterne von mir!