"Ein stilles Mädchen" ist der zweite Band der Eddie-Feber-Reihe von Karin Fossum, erschienen bei Saga Egmont Buecher, aus dem Norwegischen übersetzt von Roland Hoffmann. Der Kriminalroman erzählt von der verschwundenen sechsjährigen Kandis und einem Ermittler, der immer tiefer in ein Geflecht aus Schmerz, Schuld und Schweigen gerät.
Ich bin ehrlich: Das Buch hat mich leider nicht so abgeholt, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Ausgangslage ist beklemmend, fast schon klaustrophobisch: ein Kind, ein fremder Mann, eine Hütte im Wald. Doch trotz dieses starken Settings wollte sich bei mir kaum Spannung aufbauen.
Besonders irritiert hat mich, dass viele zentrale Fragen unbeantwortet bleiben. Warum bestimmte Figiuren so gehandelt haben wie sie gehandelt haben (sorry für die Ungenauigkeit aber will nicht spoilern :D), blieb für mich unklar: Depressionen? Schuld? Angst? Oder doch etwas anderes?
Zudem hatte ich das Gefühl, dass ein richtiger Showdown ausbleibt. Statt Zuspitzung folgt Offenheit. Das mag vielleicht literarisch gesehen durchaus legitim sein, mich hat es hier aber eher frustriert. Die psychologische Tiefe, für die Fossum oft gelobt wird, konnte ich nicht wirklich greifen. Die Figuren blieben für mich seltsam distanziert. Ob ich nochmal ein Buch von ihr lesen werden? Sag niemals nie, aber in der nächsten Zeit eher nicht.
Fazit
"Ein stilles Mädchen" ist ein sehr ruhiger, schmerzhafter Kriminalroman, der (scheinbar bewusst?) auf Spannung verzichtet. Für mich blieben zu viele Fragen offen, und der emotionale Zugriff fehlte. Empfehlen würde ich das Buch Leser:innen, die leise, offene Krimis mögen.
Danke jedenfalls an lovelybooks.de und Saga Egmont Buecher für das Rezensionsexemplar und die Leserunde.