Eines vorab: Ein neues Buch von Abby Jimenez ist für mich immer ein automatisches must read auf meiner Leseliste. Ihr neuester Roman The Night We Met führt uns wieder zurück nach Minnesota, wo auch die meisten anderen ihrer Romane spielen. Es ist jedes Mal ein bisschen wie Heimkommen, wenn man auf bekannte Nebenfiguren trifft und sich somit irgendwie sofort wieder orientieren kann.
Abby Jimenez scheint auch dieses Mal wieder sehr viel Aufwand in die Entwicklung ihrer Charaktere gesteckt zu haben. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und handeln innerhalb ihrer eigenen Logik absolut nachvollziehbar. Auch ihr Blick für die kleinen, humorvollen Details ist wieder da mein persönliches Highlight ist definitiv Wufferine und seine Eskapaden.
Eine Sache muss ich allerdings revidieren. In einer früheren Rezension schreibe ich, dass mich die ganz großen Gefühle bei Abby Jimenez seltsamerweise nie stören. Das muss ich jetzt zurücknehmen, dieses Mal fand ich es eher anstrengend als mitreißend. Vielleicht hat es auch mit der Kombination aus den Gefühlen und den diversen persönlichen Problemen und Rückschlägen zu tun, mit denen sich die Figuren im Buch herumschlagen müssen.
Versteht mich nicht falsch, ich finde es mutig und wichtig, auch mal ernste Töne in einem Liebesroman anzuschlagen. Die angerissenen Problemfelder wie Depression oder Alkoholismus scheinen mir auch wirklich gut recherchiert zu sein. Trotzdem hat es mich diesmal nicht so gepackt, es war mir einfach too much. Wo Jimenez mich sonst mit ihrem Humor abholt und so die Waage hält, fühlte ich mich hier eher hilflos. Statt mitzufühlen, hatte ich beim Lesen öfter den Drang, jemanden kräftig zu schütteln oder genervt die Augen zu verdrehen.
Fazit
Trotz meiner Kritik bleibt Abby Jimenez eine der Autorinnen, die einfach wunderschön schreiben können. Auch wenn mich die emotionale Wucht dieses Mal eher erdrückt als berührt hat, werde ich auch ihr nächstes Buch sofort ganz oben auf meinen Lesestapel packen.