Die Wissenschaft der Logik ist Hegels grundlegende Darstellung der reinen Denkbestimmungen: Sein, Wesen und Begriff werden nicht als starre Kategorien, sondern als sich notwendig entwickelnde Momente eines immanenten Prozesses begriffen. In dichter, spekulativer Prosa verbindet das Werk metaphysische Tradition, kritische Auseinandersetzung mit Kant und systematische Dialektik. Es steht im Zentrum des deutschen Idealismus und versteht Logik nicht bloß als formale Regelkunde, sondern als Wissenschaft der Wirklichkeit in ihrer begrifflichen Struktur. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1770 in Stuttgart geboren, wirkte als Philosoph in Jena, Nürnberg, Heidelberg und Berlin. Seine Erfahrungen in einer von Revolution, Restauration und wissenschaftlichem Umbruch geprägten Epoche schärften sein Interesse an geschichtlicher Entwicklung, Vernunft und Systembildung. Die Wissenschaft der Logik entstand nach der Phänomenologie des Geistes und während seiner Nürnberger Jahre, als Hegel die philosophischen Grundlagen seines Systems mit größter Strenge ausarbeitete. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die bereit sind, Denken selbst zum Gegenstand geduldiger Untersuchung zu machen. Es fordert Konzentration, belohnt jedoch mit einem einzigartigen Zugang zu Dialektik, Metaphysik und moderner Theoriegeschichte. Wer Hegels System, aber auch spätere Philosophie von Marx bis Adorno verstehen will, findet hier einen unverzichtbaren Schlüsseltext.