Meinung:
Erster Satz: Bei dem Ritual wimmelte es nur so vor Menschen.
Das Cover ist nicht unbedingt mein Fall, es hat aber einige wichtige Elemente des Buches abgebildet, wie Dolche, das Herz oder Kreuze.
Der Schreibstil der Autorin war gut und angenehm zu lesen, ich kam schnell voran. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Lilith, wodurch man sie am besten kennen lernt. Gut fand ich, dass nichts beschönigt wurde und man wirklich alle grausigen Details lesen konnte, egal, was gerade passierte.
Zu Beginn lernt man Lilith kennen, die in dem Bezirk von Zahariev wohnt. Lilith ist ein Mitglied einer starken Familie, will sich aber von denen loseisen. Als ein Dolch auftaucht, der viel wert zu sein scheint und danach auch Morde geschehen, fängt Lilith auf eigene Faust an, hinter das Geheimnis von dem Dolch zu kommen.
Der Einstieg in das Buch ist mir ein bisschen schwer gefallen, weil ich die Welt erst noch kennenlernen musste auch die Magie von Lilith war zuerst noch nicht wirklich gut beschrieben. Mit der Zeit kam ich aber immer mehr in das Buch rein und war dann auch gut in der Geschichte drinnen.
Lilith fand ich in Ordnung. Dafür, dass sie so unabhängig sein will, braucht sie ganz schön viel Hilfe von anderen, besonders von Zahariev. Auch verhält sie sich manchmal wie ein kleines Kind, das gerade in einer Trotzphase ist und das hat mir ihren Charakter ein bisschen zerstört. Sie wird immer als stark und entschlossen beschrieben, aber eigentlich hat sie nur Glück, gute Freunde und kann ansonsten eigentlich nichts.
Zahariev hingegen war toll. Er ist hart, greift durch, wenn es sein muss, kann aber auch fürsorglich und nett sein. Bei ihm war es eine tolle Mischung, man merkt ihm an, dass er seine Leute im Griff hat und nicht durch Angst sondern durch Loyalität seinen Teil der Stadt führt. Ich verstehe immer noch nicht, wieso er ständig bei Lilith abhängt und ihr jeden Wunsch erfüllt, wenn sie eigentlich nichts anderes als eine verzogene Göre ist und ihm nichts zurückgibt.
Die Geschichte an sich fand ich interessant, allerdings gab es auch ein paar Dinge, die mich gestört haben. Ich fand die Magie von Lilith unnötig. Am Anfang des Buches benutzt sie sie, aber für den Rest der Geschichte ist diese komplett irrelevant. Es ist nicht ganz klar, wie ihre Magie überhaupt funktioniert und einen Mehrwert hat sie auch nicht geboten. Das hat mich schon immens gestört, denn Lilith meint immer wieder, dass sie sich eh selber verteidigen kann und tut es dann trotz der Magie doch nicht.
Ein zweiter Kritikpunkt ist, dass sich das Buch zuerst wirklich gezogen hat. Es hat lange gedauert, bis irgendwas passiert, davor geht Lilith herum, redet mit Leuten, wird angegriffen, oder redet mit anderen Leuten. Es kam für mich erst sehr spät Spannung auf und obwohl der Dolch von Beginn an im Buch ist, kommt er immer nur ein bisschen vor, bevor irgendwas anderes passiert.
Positiv muss man aber die Nebencharaktere erwähnen. Besonders Esther, Gabriel und Coco fand ich toll. Coco ist die beste Freundin von Lilith und sie ist ein Engel. Esther und Gabriel sind ein Paar und auch Freunde von Lilith, wie sie die gefunden hat, bleibt mir ein Rätsel. Ich habe sie alle schnell ins Herz geschlossen und nur gehofft, dass ihnen nichts passiert, denn in dem Buch sterben von Beginn an Leute und bei jedem neuen Charaktere, muss man Angst haben, dass er das Buch nicht überlebt.
Ungefähr ab der Hälfte nimmt die Geschichte mit dem Dolch dann an Fahrt auf und auch die Eltern von Lilith treten immer öfter auf. Es war für mich bis zum Ende hin nicht klar, wer nun gut und wer böse ist, was es mit dem Dolch auf sich hat und wieso alle den haben wollen. Man bekommt immer nur kleine Häppchen an Informationen und das hält den Leser bei der Stange. So ist das Ende dann aber auch eine große Überraschung, zumindest für mich. Denn die letzten 100-200 Seiten sind wirklich spannend und gut geschrieben. Es gibt verschiedenste Wendungen und vieles wird aufgedeckt. Am Ende kommt dann noch ein großer Cliffhanger, der echt fies ist. Ich muss sagen, dass das Ende das Beste am Buch war, einfach wegen allem, was hier noch passiert ist.
Fazit:
Insgesamt fand ich das Buch zu lang, denn erst ab der Hälfte fängt die Handlung erst an spannend zu werden, davor plätschert sie so vor sich hin. Ich mochte Zahariev wirklich gern, er ist ein toller Charakter und von ihm könnte ich ein ganzes Buch lesen. Lilith hingegen fand ich nur ok, sie verhält sich oft wirklich kindisch. Von mir kriegt das Buch 3 Sterne.