Porträt des Künstlers als junger Hund versammelt autobiographisch grundierte Erzählungen, in denen Dylan Thomas die Jugendjahre in Swansea, familiäre Szenen, schulische Demütigungen, erste literarische Ambitionen und die komische Grausamkeit des Erwachsenwerdens erkundet. Der Titel spielt ironisch auf Joyce an, doch Thomas ersetzt modernistische Selbstmythologisierung durch sinnliche Genauigkeit, grotesken Humor und lyrisch verdichtete Prosa. Zwischen walisischer Provinz, Kneipen, Stränden und kleinbürgerlichen Innenräumen entsteht ein Bildungsroman in Fragmenten: weniger heroische Künstlerwerdung als tastende Selbstbeobachtung eines empfänglichen, fehlbaren Ichs. Dylan Thomas, 1914 in Swansea geboren, wurde früh als Dichter von ungewöhnlicher Musikalität bekannt. Seine Herkunft aus einem sprachbewussten, zugleich alltäglichen walisischen Milieu, die Arbeit als Journalist und seine lebenslange Nähe zur mündlichen Erzähltradition prägen dieses Buch. Thomas schreibt aus Erinnerung, nicht aus bloßer Nostalgie: Die Geschichten verraten den Blick eines Autors, der Kindheit, Begehren, Scham und künstlerische Berufung bereits durch die Erfahrung öffentlicher literarischer Selbstinszenierung betrachtet. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Thomas nicht nur als Lyriker, sondern als präzisen Erzähler entdecken wollen. Es bietet ein zugängliches, witziges und zugleich kunstvolles Porträt jugendlicher Wahrnehmung und zeigt, wie aus lokalen Episoden Literatur von bleibender Modernität wird.