Meine Nichte (fast 10 Jahre alt) und ich haben dieses Buch gemeinsam gelesen und wir mögen das Cover beide sehr gerne. Uns gefallen sowohl die moderne Gestaltung und das Motiv, als auch die farbliche Auswahl und wir mögen die Anordnung des Titels sehr. Aber auch im Inneren des Buches durften wir uns an einem sehr gelungenen Layout erfreuen und finden die Ausgestaltung mit kleinen Bildelementen, hervorgehobenen Bereichen und Tabellen oder Listen sehr schön.
In mehreren Kapiteln werden wir Leserinnen von Henrietta, einer Jugendlichen, die Wissenschaftsjournalistin werden möchte, durch alle möglichen Themen rund um die Pubertät, das Erwachsenwerden und die erste Liebe geführt. Diese Tatsache sorgt dafür, dass sich die Inhalte absolut auf Augenhöhe der jungen LeserInnen befinden und es nicht ein Belehren von Erwachsenen gibt. Wobei die tatsächliche Autorin, Heike Abidi im Vorwort ein paar einleitende Worte beisteuert, die mir zur Einordnung sehr gefallen haben. Denn über diese haben wir auch erfahren, dass Alles, was Mädchen wissen sollten, bevor sie 13 werden eigentlich auf einer Romanreihe basiert, die wir uns nun sicherlich auch noch genauer anschauen werden
In den Kapiteln Alles wächst, Neu verschaltet, Nervt nicht!, Typisch Mädchen und Gefühle und so erzählt Henrietta viel von eigenen Erfahrungen und dem individuellen Erleben aus ihrer Sicht, gibt aber auch wissenschaftliche Informationen zu Hintergründen und Zusammenhängen. Ich finde diese Mischung sehr gelungen und auch meiner Nichte hat das sehr gut gefallen. Die meisten Themen werden dabei zwar nur relativ kurz angesprochen, doch dieser Umstand bietet die Möglichkeit vielen Themen Raum zu geben und den Jugendlichen einen Überblick zu verschaffen. Themen, die die einzelnen LeserInnen dann besonders interessieren oder beschäftigen, können dann zusätzlich mit weiterführender Lektüre oder über andere Medien vertieft werden. Sehr hilfreich und wertvoll finde ich, dass neben äußeren Veränderungen in der Pubertät, vor allem auch emotionale Entwicklungen und Herausforderungen angesprochen werden. Jugendliche erhalten an einigen Stellen zudem Kontaktadressen, die vertiefende oder weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten anbieten.
Das Buch informiert jedoch nicht nur inhaltlich, sondern wir hatten beim Lesen auch viel Spaß. Besonders, wenn Henrietta von peinlichen Situationen und kuriosen Begebenheiten erzählt, konnten wir herzhaft lachen und sie unterhält mit ihrer lockeren Art beim Lesen zudem sehr angenehm. Als weiteres Highlight empfinden wir die eingebauten Listen oder Tabellen, mit denen die Lesenden angeregt werden, auch eigene Erfahrungen, Vorlieben oder Erlebnisse zu überdenken und einzutragen.
Besonders wertvoll war für mich zudem, dass den Jugendlichen immer wieder vermittelt wird, dass jeder Mensch grundsätzlich gut so ist, wie er ist, dass jede Person Stärken und Schwächen hat und das auch prinzipiell alle Gefühle in Ordnung sind. Ein solch positives Menschenbild stärkt besonders in einer Zeit, in der so viele Unsicherheiten zu verarbeiten sind, aber auch der Blick nach außen, auf die Mitmenschen wird nicht vergessen. Zudem bietet die Lektüre wunderbare Anlässe, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Inhalte zu vertiefen, sich auszutauschen und die Blickwinkel des jeweiligen Gegenübers besser verstehen zu können.
Wir hatten eine wirklich gute Zeit mit diesem Buch, das wir sehr gerne als Einstieg in die Thematik empfehlen möchten und wünschen euch ganz viel Spaß beim Lesen!