Eine Sturmflut frisst an der Kreideküste, ein alter Schuppen rutscht ab - und in einem freigelegten Brunnen blitzen Knochen. Lokaljournalistin Lena Voss kehrt nach einer persönlichen Krise in ihre Rügener Heimat zurück und wittert ihre große Story. Gemeinsam mit PHK Arne Bülow rollt sie den zwanzig Jahre alten Vermisstenfall um die Schülerin Mara Thomsen neu auf. Anonyme Zettel, ein altes Klassenfoto mit markierten Gesichtern und eine zerrissene Tagebuchseite, in der ein Akrostichon den "Brunnen unter dem Schuppen" verrät, ziehen Lena in ein Netz aus Schweigen und Loyalitäten.
Während die Insel zwischen Sassnitz, Sellin und Königsstuhl im Spätsommerlicht flimmert, erodieren Lügen wie Küstenkreide: Ein manipuliertes Beweisfoto fliegt auf, Faserreste einer hochwertigen Leine tauchen am Brunnenrand auf, eine Glasperle von einem Abiband weist auf einen sehr kleinen Kreis hin. Als ein geplanter Zeuge "verunglückt", kippt die Stimmung im Ort. Auf der öffentlichen Bühne versucht ein geachteter Lokalgröße, Lena zu diskreditieren - und verrät im Eifer Details, die nur ein Eingeweihter kennen kann. Arne und Lena rekonstruieren die Nacht der Bootsparty mithilfe von Wetter-, Wind- und Pegeldaten Minute für Minute: Streit am Steg, Sturz an der Kliffkante, panischer Transport - und eine Alibi-Choreografie.
Im auflandigen Sturm kulminiert alles an der Kliffkante: Worte werden zu Handgriffen, Kreidebrocken lösen sich, Lena rutscht - ihr Recorder zeichnet ein Teilgeständnis auf. Arne sichert mit Klettergurt und reißt im Schuppen den fehlenden Beweis an sich: das Abiband ohne seine Glasperle. Am Morgen danach folgen Festnahmen wegen Strafvereitelung und Beweismittelmanipulation; rechtlich bleibt der Todeshergang eine Grauzone zwischen Unfall und fahrlässiger Tötung. Joris Thomsen erhält die Tagebuchfragmente seiner Schwester zurück, eine schlichte Beisetzung bringt Ruhe - aber keine einfache Versöhnung. Lenas präziser, unsensationalistischer Artikel spaltet die Insel zwischen Erleichterung und Wut. Und ein neuer Zettel im Briefschlitz deutet an: Wer im Brunnen suchte, suchte nicht nur nach Knochen. . .
Das Besondere / Mehrwert für Leser:innen:
Dieser Krimi verbindet eine fühlbar echte Ostsee-Atmosphäre mit akribischer Ermittlungslogik: forensische Details (Faseranalyse, Metadaten, Tidenstände), clevere Textspuren (Akrostichon), realistische Polizeiarbeit und der psychologische Konflikt "Wahrheit vs. Loyalität". Sie erleben, wie aus verstreuten Indizien eine belastbare Timeline entsteht - und stellen sich ganz nebenbei die Frage, was Wahrheitsliebe im echten Leben kosten darf. On top: sinnliche Rügen-Bilder (Kreidefelsen, Hafen, Sturm), Einblicke in Küstenschutz-Realität und eine starke Protagonistin, die Mut vor Angst stellt.
Für wen? (Alter & Zielgruppe):
Für Fans von Regionalkrimis, Cold-Case-Spannung und psychologisch dichten Ermittlungen; für Leser:innen, die glaubwürdige Figuren, norddeutsches Lokalkolorit und intelligente Plots lieben. Empfehlung: ab 16 Jahren (Themen Tod, Bedrohung, moralische Grauzonen).
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