»Sobald man das Mittelmaß von etwas zu ermitteln versucht, treten die Extreme und Extravaganzen unkündbar in den Vordergrund. Ein durchschnittliches Leben zu ermitteln, führt in der Literatur verlässlich zu einem Heldenepos, in dem sich die Protagonisten nicht gegen ihre wahrhaftige Bedeutung zur wehr setzen können.
Wolfgang Pollanz beschreibt im Duktus einer Autobiographie das Leben in Österreich, wie es ein vermeintlich durchschnittlicher Protagonist auf dem steirischen Lande von den 1950er Jahren bis herauf in die Gegenwart geführt haben könnte. Denn obwohl alles mit dem Selbstbewusstsein eines Schelmenromans erzählt ist, wird für den Musiker und Schriftsteller Wolfgang Pollanz das eigene Leben wie von selbst zur eigenständigen Literatur, die sich quasi zu einem individuellen Genre entwickelt hat. «
Helmut Schönauer
In dieser Lebensgeschichte, von der niemand weiß, ob sie erfunden ist, erinnert sich der Erzähler an seine Kindheit in der Südsteiermark, an seinen Vater, der bei der Wehrmacht diente, aber die Nazis hasste, an die beklemmende Enge eines Internats, erste Begegnungen mit LSD, Beinahe-Begegnungen mit den Beatles, das Erwachen der Popkultur in Österreich und wilde Reisen mit einem 2CV quer durch Europa. Bei dieser Revue durch ein außergewöhnliches Leben ohne Besonderheiten stirbt der Erzähler drei Mal, reflektiert über das Schreiben und verschollene Verse, spielt ironisch mit Fußnoten und Kommentaren von Lektoren und gelangt schließlich zur Erkenntnis, dass allein die Liebe Bestand hat.