Auf der Flucht vor dem Nazi-Regime hat es viele Menschen nach Frankreich, die USA oder woanders hin verschlagen, aber es gab auch eine Fluchtroute auf den Balkan.
Immer wieder gibt es Berichte von Einzelschicksalen, einigen "begegnet" man im Verlauf des Buches immer mal wieder, andere werden dann doch deportiert, bei anderen ist der weite Lebensweg nicht bekannt. Am Anfang springt das Buch immer wieder zurück zu Tilla Durieux, die wirklich eine große Odyssee mit gemacht hat.
Es werden verschiedene Fluchtrouten und Ziele vorgestellt, immer wieder gibt es eine historische Einordnung und einen kurzen Abriss der Ereignisse, wie zum vereinten Jugoslawien, zum Attentat auf den König, die Donauschiffe, die monatelang warten mussten und es ungewiss war, ob sie Palästina erreichen werden oder nicht. Viele Helferinnen und Helfer werden genannt, manche handelten nicht ganz uneigennützig und nutzten das System für ihre Zwecke aus, andere wiederum engagierten sich.
Einige Geschichten und Menschen tauchen kurz auf, andere immer wieder. Geografisch ist es eine Reise über den Balkan.
Ein anspruchsvolles Buch, bei dem ich viel gelernt habe, auch wenn ich mir nicht längst alle Namen gemerkt habe.
Erich Wittenberg liest das Buch sehr gekonnt vor und seine ruhige Stimme passt perfekt.