Als die Journalistin Maddie auf einer Ranch landet, um den mächtigen, mafiaähnlichen Rancher-Clan der Colters auszuspionieren, gerät sie in ein gefährliches Umfeld voller Geheimnisse, Misstrauen und unerwarteter Gefühle. Zwischen Bedrohung, Flucht und aufkeimenden Gefühlen für den Colter-Sohn Weston muss sie entscheiden, wem sie überhaupt noch vertrauen kann.
"Shotguns & Champagne" ist Band 1 der Colter-Valley-Reihe von Carolina Sturm, startete überraschend rasant und ging schon im ersten Drittel ordentlich in die Vollen. Mit so viel Spice hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet. Dieser war zwar gut geschrieben, trotzdem war ich überrascht und hatte noch die Hoffnung, dass die eigentliche Handlung bald stärker in den Vordergrund rücken würde.
Zwar haben mir die intensive, stellenweise fast bedrohliche Atmosphäre und das Ranch-Setting gut gefallen. Zudem schaffte es Carolina Sturm außerdem, Landschaften und einzelne Szenen sehr bildhaft zu beschreiben.
Doch leider blieb mir die eigentliche Geschichte über weite Strecken zu oberflächlich. Gerade im Mittelteil drehte sich vieles um die aufkeimende Liebesbeziehung zwischen Maddie und Weston, während ich mir deutlich mehr Einblicke in die eigentliche Grundhandlung und die Hintergründe der Ereignisse gewünscht hätte. Viele Fragen wurden für meinen Geschmack entweder sehr spät oder nur oberflächlich beantwortet.
Ein Wendepunkt war für mich, als endlich auch Weston seine Perspektive bekam. Dadurch gewann die Geschichte spürbar an Tiefe und auch einige seiner Beweggründe wurden greifbarer. Diese Kapitel hätte ich mir allerdings schon deutlich früher gewünscht. Maddie blieb für mich dagegen bis zum Ende überraschend blass. Abgesehen von ihrem Beruf erfuhr man über sie nur wenig, wodurch es mir schwerfiel, eine emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen.
Auch einige Nebenfiguren und Handlungsstränge wirkten auf mich nicht vollständig ausgearbeitet. Gerade bei wichtigen Entwicklungen hätte ich mir mehr Tiefe und nachvollziehbarere Erklärungen gewünscht. Dadurch wirkte der Showdown für mich zwar überraschend, gleichzeitig blieben aber einige Aspekte zu schnell abgehandelt.
Der Schreibstil las sich angenehm flüssig und unkompliziert, sodass ich trotz meiner Kritik gut durch die Geschichte gekommen bin.
Insgesamt ist "Shotguns & Champagne" für mich ein solides Buch mit einer spannenden Grundidee, starker Atmosphäre und einem tollen Setting. Letztlich fehlte mir jedoch die erzählerische Tiefe. Ich hätte mir weniger Fokus auf den Spice und dafür mehr Handlung, mehr Ermittlungen und stärker ausgearbeitete Figuren gewünscht. Den Folgeband werde ich vermutlich nicht mehr lesen.