Threadcut hat mich insgesamt gut unterhalten und vor allem mit seiner Idee überzeugen können.
Besonders gefallen haben mir die Magie rund um Yuna, die Unterwelt und die vielen Verbindungen zwischen Schicksal, Göttern und Menschen. Die Welt hatte einige spannende Ansätze und hat sich angenehm von vielen anderen Fantasybüchern abgehoben. Auch die Briefe fand ich zunächst rätselhaft, am Ende haben sie aber sehr gut in die Geschichte gepasst.
Überraschenderweise hat mich die Liebesgeschichte von Hades und Fate deutlich mehr berührt als die eigentliche Romance zwischen Yuna und Zenon. Ihre Geschichte hatte etwas Tragisches und gleichzeitig etwas sehr Echtes. Vor allem die Erkenntnis, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, fand ich stark umgesetzt. Fate war für mich überhaupt eine der interessantesten Figuren des Buches, weil ihre Entscheidungen nachvollziehbar wirkten und sie viel Tiefe mitgebracht hat.
Schade fand ich dagegen, dass Charon eher eine Nebenrolle geblieben ist. Von ihm hätte ich gerne mehr gesehen, denn jedes Mal, wenn er auftauchte, wurde es interessant.
Die Geschichte bleibt lange spannend und ich wollte unbedingt wissen, wie alles ausgeht. Gegen Ende hatte ich allerdings das Gefühl, dass manche Entwicklungen etwas zu schnell gelöst wurden. Einige Wendungen wirkten auf mich weniger organisch, sondern eher so, als müssten sie passieren, damit die Handlung zu ihrem Ziel kommt.
Auch bei den Schwestern hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht. Sie waren zwar bedrohliche Gegenspielerinnen, für mich blieben ihre Motive aber etwas zu oberflächlich. Hier wäre noch Potenzial gewesen, um die Geschichte emotional und inhaltlich stärker zu machen.
Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen. Die Grundidee, die Atmosphäre und einige der Figuren konnten mich wirklich überzeugen.