Bereits beim ersten Termin in ihrem Tattoo-Studio ist Stella klar, dass sie den arroganten Tyler nicht ausstehen kann und dennoch fühlt sie sich körperlich sehr zu ihm hin gezogen. Diese Ambivalenz macht ihr noch stärker zu schaffen, nachdem er sie erpresst hat und sie sich gezwungen sieht, ihn bei gesellschaftlichen Anlässen als ihren Freund vorzustellen. Angeblich will er in den High-Society-Kreisen um Stellas Familie neue Gäste für seine illegalen Pokerrunden gewinnen, doch sie ahnt nicht, dass Tyler in Wirklichkeit auf Rache aus ist. Trotz aller Abneigung fällt es ihr allerdings jeden Tag schwerer, die Finger von diesem Mann zu lassen, obwohl ihr bewusst ist, welch großer Fehler die Nähe zu ihm wäre.
"Game on" von Navessa Allen ist der abschließende Band der Lights Out Trilogie, da in jedem der Romane ein anderes Paar im Mittelpunkt steht, ist die Kenntnis der Vorgängerbände zum Verständnis nicht erforderlich. Mir war Tyler schon aus dem ersten Teil der Reihe bekannt, als Nebenfigur in Alys und Joshs Geschichte fand ich ihn nicht sonderlich sympathisch. Leider hat sich meine negative Einschätzung seines Charakters auch in diesem Buch nicht verändert, über weite Teile der Handlung hinweg hat er sich einfach unmöglich benommen. Und ich kann nicht alles mit einem speziellen Kink entschuldigen, zumal er offensichtlich klug genug ist, um zu erkennen, wie sehr er Stella mit diesem Verhalten verletzt.
Stella hingegen mochte ich sehr, auch sie hat in ihrer Vergangenheit nicht alles richtig gemacht, zusätzlich wurde ihr ein schwerer Fehler angelastet. Doch sie hat sich nicht nur damit auseinander gesetzt, sie leistet Wiedergutmachung und versucht jeden Tag, die beste Version ihrer selbst zu sein. Sie ist wahrscheinlich der Hauptgrund, dass ich trotz des unsympathischen männlichen Protagonisten emotional tief im Geschehen versunken war. Sämtliche Figuren fand ich authentisch und lebensecht dargestellt, die Protagonisten der Vorgängerbände hatten ihre kurzen Auftritte, was ich immer besonders mag.
Den Schreibstil fand ich ebenso fesselnd, wie es bei "Lights Out" der Fall war, insgesamt habe ich mich recht gut unterhalten gefühlt, auch wenn ich nicht umhin kam, mich ab und an über Tyler zu ärgern und es mir schwer fiel nachzuvollziehen, was Stella nur an ihm finden konnte. Wie zu erwarten gab es genügend explizit beschriebene Spice-Szenen, die Wortgefechte zwischen den Hauptfiguren haben mir einige Male ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, schlussendlich bin ich trotz aller Kritik ganz zufrieden zurück geblieben und spreche eine verhaltene Leseempfehlung aus.
Fazit: Wer den ersten Band der Reihe gelesen hat, wird sich schon eine Meinung über Tyler gebildet haben, sympathischer wird er in diesem Buch leider auch nicht. Stella gleicht dafür einiges aus, die Sympathie für sie hat mich emotional im Buch fest gehalten.