Meinung: Manchmal reicht ein Blick auf ein Cover und ein Titel, um zu spüren: Dieses Buch wird etwas mit mir machen. Genau so ging es mir hier. Schon bevor ich die erste Seite aufgeschlagen habe, war da diese leise Vorfreude und sie wurde nicht enttäuscht. Hyoyeong steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie ist müde, suchend, braucht einen Neubeginn. Diesen findet sie in einem kleinen Briefladen in Seoul einem Ort, an dem die Zeit langsamer zu laufen scheint und Menschen einander auf eine ganz besondere, stille Weise begegnen. Das anonyme Briefsystem, bei dem Fremde einander schreiben, ohne sich zu kennen, ist das Herz dieser Geschichte. So unscheinbar und doch so tief berührend. Seite für Seite hatte ich das Gefühl, mitten in diesem Laden zu stehen, umgeben von Worten, Gedanken und leisen Hoffnungen.
Der Schreibstil ist sanft, feinfühlig und unglaublich atmosphärisch. Er schreit nicht, er flüstert und gerade dadurch geht er direkt ins Herz. Ich habe mich vollkommen fallen lassen können. Die Charaktere wirken echt und nah, mit all ihren Sorgen, Ängsten und kleinen Sehnsüchten. Niemand ist perfekt, jeder trägt etwas mit sich, und es war wunderschön zu sehen, wie sich manche von ihnen langsam verändern und wachsen.
Besonders geliebt habe ich den Aufbau mit Briefen, Tagebucheinträgen und Textpassagen. Jeder Brief fühlte sich an wie ein kleiner Blick in eine fremde Seele manchmal traurig, manchmal hoffnungsvoll, aber immer ehrlich. Die Atmosphäre des Buches ist so warm und tröstend, dass ich mir beim Lesen immer wieder gewünscht habe, dieser Briefladen würde wirklich existieren. Ein Ort, an den man nach einem anstrengenden Tag gehen kann, um kurz innezuhalten, durchzuatmen und sich weniger allein zu fühlen.
Dieses Buch war für mich wie eine Umarmung.
Absolute Leseempfehlung