Das Buch ist kein Roman, sondern eine sehr persönliche, autobiografische Rückschau auf eine über vierzigjährige Ehe. Nach dem Tod ihres Mannes beginnt sie, das gemeinsame Haus auszuräumen und gleichzeitig ihre Erinnerungen zu sortieren. Dabei verbindet sie persönliche Erfahrungen mit soziologischen Gedanken über Liebe, Rollenbilder und Abhängigkeiten.
Gerade am Anfang fand ich diese Mischung noch interessant, weil viele kluge Beobachtungen darin stecken. Mit der Zeit wirkten die Gedankengänge auf mich jedoch zunehmend wiederholend und kreisend. Die namenlosen Figuren, ihr Mann bleibt A, schaffen Distanz, und oft hatte ich das Gefühl, eher einer Analyse als einer lebendigen Geschichte zu folgen.
Die Autorin schreibt ehrlich und schonungslos, was ich respektiere. Gleichzeitig blieb für mich die Frage, ob diese sehr private Auseinandersetzung wirklich in die Öffentlichkeit gehört, zumal ihr Mann nicht mehr Stellung nehmen kann. Emotional hat mich das Buch daher weniger berührt als erwartet.
Insgesamt ist es ein reflektiertes, anspruchsvolles Werk, das zum Nachdenken anregt, mich persönlich aber nicht überzeugen konnte.