"John of John" von Douglas Stuart ist ein langsames Buch. Es ist nicht spannend, es passiert nicht viel, trotzdem hat es mich so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Das ist auch zum Großteil dem Schreibstils des Autors geschuldet, er findet so schöne Worte, um die karge Natur und die schweigsamen Menschen zu beschreiben. Man taucht fast komplett in diese fremde Welt ein.
Cal war zum Studium in Edinburgh, jetzt bittet sein Vater ihn um seine Rückkehr, der Großmutter geht es schlechter.
Cal kehrt gerne zurück, er hat kein Geld mehr und lebt fast wie ein Bettler, andrerseits auch sehr ungern, da er weiß, was ihn erwartet.
Cals Vater John ist ein strenger Mann, sehr gläubig, sein Leben Gott verschrieben. Er arbeitet hart, mit seinen Schafen und der kleinen Weberei. Sie wohnen karg und ärmlich, kommen aber zurecht.
John liebt seinen Sohn, kann es aber nicht zeigen, er ist ein harter Mann, der auch seine eigenen Träume und Wünsche begraben hat.
Mir tat es beim Lesen fast weh, dieses alles nach den Leuten, den Nachbarn ausrichten, am liebsten hätte ich die Protagonisten genommen und zum reden miteinander gezwungen. Hier wirkten alle sehr echt und lebensnah, es ging echt unter die Haut.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn wird hier echt unter die Lupe genommen, es ist ganz besonders geschrieben, ich bin immer noch ganz begeistert von diesem Buch.