Gefangen zwischen strengsten calvinistischen Bibelauslegungen und einer geheimen queeren Liebe auf den Hebriden im windigen Nord-Westen Schottlands, so stellt sich insgesamt die unwirtliche Szenerie dar für Cal, John Calum MacLeod, der schlussendlich für seinen Vater John MacLeod die christliche Ausrede unter Zuhilfenahme des Matthäusevangeliums, einer verlogenen Lösung, findet, damit dieser seinem Geliebten Innes endlich folgen kann. Die religiöse Enge der Inselgemeinschaft zwischen Schafzucht und Regentagen am Webstuhl bildet den Rahmen für queere Liebe und heimlicher Scham wegen geschmähter Homosexualität einerseits, andererseits geht es auch um kirchliche und familiäre Verpflichtungen, auch Verblendung. So wie der Vater John wirkt der gescheiterte, schwule Cal wie ein Webfehler im selbstgewebten Harris-Tweed, kämpft an gegen Unfreiheiten in seinem traditionellen Umfeld. Neben die zwei ebenbürtigen Männer-Charaktere tritt Cals Großmutter Ella auf als verbindendes, liebevolles Familienmitglied. Die Rückblenden aus Cals Kindheit lassen den Vater John als hart, verschlossen, sogar als gewaltsam erscheinen, doch ihre Liebe zueinander zeigt sich schließlich trotz vieler nachvollziehbarer Heimlichkeiten. Hier hilft schließlich nur ein Ausbruch aus dieser engen Inselgemeinschaft, dass man seine Sexualität im religiösen Frieden mit sich selbst ausleben kann. Die gälischen Dialog-Einschübe und fantasievollen Wortschöpfungen zu Wollfarben erhöhen die sprachliche Lebendigkeit.