»Dorothee Elmiger hat lange Saxofon in verschiedenen Jazzbands gespielt, was gut zu ihrem musikalisch-rhythmischen Schreibstil passt. Sie reißt ein Thema an, nähert sich ihm, umkreist es, entfernt sich wieder, verwirft es, versucht es neu oder anders oder sucht sich ein weiteres Thema. Fragen interessieren sie mehr als Antworten, und auf welche Fragen sie beim Schreiben kommt, ist womöglich ein Hauptantrieb für ihr Schreiben. Dass diese Fragen im Kopf des Hörenden weitergedacht werden können, auch um eigene neue Fragen erweitert: Das ist vermutlich der beste Grund, diesen Roman zu hören. Denn ihre Fragen klingen lange nach und inwieweit man dabei in einen Abgrund blickt oder blicken will, wird jeder für sich selbst feststellen müssen. « Robert Fischer, Jazzthetik
»Die Schauspielerin Heike Warmuth liest diese beunruhigende Geschichte über eine echte und eine erzählte Expedition in den Urwald. Sie bewegt sich dabei mit natürlicher Leichtigkeit durch die elaborierten Satzgebilde. Der ebenso düstere wie komplexe Roman gewinnt durch die Lesung zusätzlich an Wucht. « Jury der Hörbuchbestenliste 1/2026, hr2 kultur
»Das Hörbuch wird fast zur körperlichen Erfahrung. Ein Schauer läuft über den Rücken, der Kopf schwillt beim Zuhören. [ ] Heike Warmuth [führt] unbeirrt durch das Dickicht aus Beschreibung und Reflexion ruhig, sachlich, fast dokumentarisch und dennoch spürbar jede Bedrohung, jedes unkontrollierbare Detail. Die Stimme transportiert das Unbehagen, macht die indirekte Rede greifbar und die Reflexion der Erzählerin unmittelbar erlebbar. [ ] Als Hörbuch wird dieser Text noch intensiver. Warmuth baut keine emotionale Brücke, sie setzt uns aus, lässt den Boden unten den Füßen verschwinden. « Helen Roth, SWR Kultur
»Die Reise, von der die namenlose Autorin rückblickend während einer Poetikvorlesung erst drei Jahre später berichtet, artet in einen Höllentrip aus. [ ] Die Interpretin Heike Warmuth zieht mit ihrer warmen Altstimme in den Bann und wählt für den Sog der Abgründe eine zuweilen nüchterne und distanzierte Lesart. Auch dadurch entsteht eine fast unerträgliche Spannung. [ ] Die knapp 5-stündige mitreißende Geschichte bleibt ohne Auflösung und damit ohne Erlösung. Sie zieht in Abgründe und Finsternis hinein und bildet einen unausweichlichen Erzähl-Sog. Ein großartiges Hörbuch, gerade weil es herausfordert - für alle, die sich gerne auf verschlungene Pfade einlassen. « Isabelle Auerbach, BR24