Wahnsinn, wenn man sich überlegt, dass die ersten ( im Print erschienenen) Geschichte mit und über das Känguru schon 2009 erschienen sind. Und hier sind wir nun 17 Jahre später und es gibt immer noch Einiges zu erzählen.
Ich muss gestehen, dass ich lange gar nichts von dieser Reihe wusste und irgendwann so 2017/2018 zufällig von ner Freundin mit rein gezogen wurde und seitdem ein riesiger Fan bin; Bücher und Hörspiele teilweise Wort für Wort mitsprechen und ( unabsichtlicherweise) auch immer wieder einfach so im Alltag zitieren kann.Und dieser Sog war auch nun im fünften Band eindeutig zu spüren.
Man merkt aber, dass das Känguru und seine Ansichten sich über die Jahre auch gewandelt haben. Am Anfang der Reihe wirkte es auf mich häufig eher meckernd und erstmal immer dagegen um sich abzugrenzen und hier beschließt es, ähnlich wie auch schon mit der Gründung des Asozialen Netzwerkes, aktiv mit einer Rebellion ( in Form eines Art Kettenbriefs, der sich durch das gesamte Buch zieht) einzugreifen. Und auch wenn die einzelnen Episoden, teils auch aus Sicht des Kängurus geschrieben, in sich abgeschlossen sind, wirkt dieser Plan wie ein roter Faden.
Über die grandiose humoristische Aufarbeitung unterschiedlichster Themen glaub ich muss ich wenig schreiben; es ist bekannt wie Kling mit einer Mischung aus albernen Wortspielen, absurden Einfällen und sehr präzisen Beobachtungen des deutschen Politiktreibens einfach stets kurzweilige Lektüren, die dennoch auch stark zum Nachdenken anregen, schafft.
Auffällig fand ich hier aber abschließend, dass ich irgendwie das Gefühl hatte, dass dieser fünfte Teil nochmal politischer und programmatischer war als seine Vorgänger. Ein Fakt, der ja stets in seinen Texten mitschwang, mir aber hier irgendwie besonders beim Lesen ins Auge stach. Ob positiv oder negativ lässt sich schwierig einordenen.