"KI ist wahrscheinlich das Beste oder das Schlimmste, was der Menschheit passieren kann." (Stephan Hawkins)
Sein Chef schickt den IT-Forensiker Jonas Lindholm in den Urlaub ins Hotel Silberhorn. Jonas will nur eins: Ruhe und Erholung. Dabei hat er keine Ahnung, was ihn dort erwartet. Bei diesem Hotel erhält er einen Einblick in Sachen Zukunft. Dort ist alles auf dem neuesten Stand, und eine KI namens Aurora übernimmt die Steuerung. Doch verschwinden Gäste, merkwürdige Drohnen, unheimliche Besucher erscheinen und ein seltsames Lichtflackern bringt Lindholm zunehmend in Verwirrung. Er trifft auf die Hotelmanagerin Eve, die ebenfalls Geheimnisse hat, während er nach Antworten sucht. Wem kann er überhaupt noch trauen und wie will er Aurora überlisten? Nach einem Schneesturm, als sie vollständig eingeschneit sind, ist Lindholm nahezu allein. Kann er den Kampf gegen die Zeit und Aurora überhaupt gewinnen? ---
Meine Meinung:
Der Klappentext und das Cover haben mein Interesse geweckt. Trotz meiner Unsicherheit, ob dieses Buch für mich zu technisch ist, verschwanden meine Bedenken nach wenigen Seiten. Dieser Thriller ist keineswegs kompliziert, sondern eher recht leicht zu lesen. Mit diesem Hotel zeigt uns der Autor, wie unsere weitere nahe Zukunft aussehen könnte. Einerseits ist es beeindruckend. Ich erlebe, was mit künstlicher Intelligenz alles möglich ist, doch andererseits bin ich über einiges schockiert. Es ist mir ja schon eine Weile lang bewusst, dass KI nicht nur gute Dinge hervorbringt. Allerdings habe ich, um ehrlich zu sein, ein wenig Angst vor Aurora. Am Ende bin ich mir sogar sicher, dass ich so ein Hotel lieber nicht möchte. Die Wahl der Alpen als Schauplatz ist angesichts der Handlung wirklich gelungen. Die Protagonisten und die Handlung sind ebenfalls gut durchdacht. Insbesondere der etwas kontaktarme, gestörte Jonas Lindholm, der mit seinen bissigen Bemerkungen und dem trockenen Humor auffällt. Lindholm, ist ein Einzelgänger, achtet sehr auf seine Ernährung und Lebensweise. Er möchte den Kontakt zu anderen Menschen weitestgehend vermeiden, was jedoch im Silberhorn nicht einfach ist. Notgedrungen spricht beim Essen mit einigen Personen, die dann allerdings plötzlich verschwunden sind. Je mehr Unstimmigkeiten geschehen, desto seltsamer erscheint Lindholm die Angelegenheit. Am Ende kann er nur noch auf die Unterstützung von Henrike Baumann und dem Russen Aleksei Mikhailov zählen. Zunächst bin ich unsicher, ob ich für Lindholm eher Sympathie oder Mitleid empfinden soll. Doch je besser ich ihn kennenlerne, desto mehr Sympathie empfinde ich für ihn. Eve und Aleksei, dessen wahrer Name Aljoscha Towarischtsch ist, wirken auf mich sofort merkwürdig. Im Verlauf des Lesens tun sich immer mehr Wendungen und Überraschungen auf, was zu einem kontinuierlichen Anstieg der Spannung führt. Der einfache Schreibstil und die gut durchdachte Handlung haben definitiv dazu beigetragen, dass dieses Buch mich bis zum Ende gefesselt hat. Chapeau, das ist ein wirklich ausgezeichneter Thriller, besonders im Hinblick auf das Thema Künstliche Intelligenz. Ich werde ihn definitiv weiterempfehlen und gebe ihm 5 Sterne.