Auf dem historischen Mühlenhügel Myllykallio wird die Leiche einer älteren Frau gefunden. Die Tote ist in einem erschreckenden Zustand. Die erste Spur führt in ein Pflegeheim. Die Journalistin Eevi Manner und der Kriminalkommissar Mats Bergholm ermitteln, um dieses brutale Verbrechen aufzuklären.
"Bereuen sollst du" ist bereits ist der zweite Fall für die Journalistin Eevi Manner und Kriminalkommissar Mats Bergholm aus der finnischen Kriminalreihe über die Morde von Kristinestad.
Mats ermittelt dieses Mal im Fall einer toten Frau. Gleichzeitig läuft es privat alles andere als rund. Er lebt getrennt von seiner Frau und scheint genauso wie Eevi an einem Punkt zu sein, an dem er sich seinen Gefühlen stellen muss. Eevi macht währenddessen eine Hormonbehandlung durch, weil sie sich so sehr ein Kind wünscht. Diese belastet sie körperlich und emotional enorm und bringt sie zeitweise wirklich an ihre Grenzen. Gleichzeitig merkt sie, dass ihre Gefühle für ihren Partner immer mehr nachlassen. Irgendwie haben beide das Gefühl, in ihren Beziehungen festzustecken, und tun sich schwer damit, ehrlich zu sich selbst zu sein.
Neben dem eigentlichen Kriminalfall spielen auch die Nebengeschichten wieder eine wichtige Rolle. Besonders Leeas Geschichte, die in einer gewalttätigen Beziehung feststeckt und keinen Ausweg zu finden scheint, hat mich sehr berührt. Gleichzeitig verfolgt Mats Bruder Lasse seinen eigenen Kampf mit der Sucht. Beide Handlungsstränge verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und zeigen, dass das Buch weit mehr ist als ein klassischer Krimi. Schön fand ich außerdem, dass man nebenbei wieder in die Familiengeschichten von Mats und Eevi eintaucht, sowohl in ihre aktuelle Familiensituation als auch in ihre Vergangenheit. Dadurch wirken beide Figuren noch greifbarer und entwickeln sich auch abseits der eigentlichen Ermittlungen weiter.
Besonders bewegt hat mich die Thematik rund um den Umgang mit älteren Menschen und das Versagen der Politik. Das wurde unglaublich realistisch und erschütternd erzählt und hat mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt. Der Kriminalfall selbst ist ebenfalls erschreckend, gerade weil er leider so realistisch wirkt. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Mats und Eevi, wodurch man beide Figuren gut begleiten kann.
Auch der Schreibstil hat mir wieder richtig gut gefallen. Er ist angenehm, fesselnd und lässt sich sehr flüssig lesen. Obwohl die Geschichte eher ruhig erzählt wird, bleibt sie durchgehend spannend und genau das hat meinen Geschmack getroffen.
Fazit: Insgesamt hat mir auch der zweite Band wieder gut gefallen. Ich mochte die Mischung aus Kriminalfall, gesellschaftskritischen Themen und den persönlichen Geschichten der Figuren. Ich bin sehr gespannt auf den dritten Fall.