Birte Stährmann hat mich mit ihrem herzerwärmenden und mutmachenden Roman ,, Das Glück schmeckt nach Meer-Die Bonbonkocherei " in die schöne Schleiregion und die süße Magie der besonderen Bonbons oder Bonscher , wie man hier in Schleswig-Holstein sagt, entführt.
Bei der PR- und Eventmanagerin Annika, die vor vielen Jahren ihre norddeutsche Heimat gen Stuttgart verließ, steht die Welt plötzlich Kopf. Erst die Kündigung ihres Jobs wegen Insolvenz, dann auch noch der Verlust ihrer schönen, bezahlbaren Wohnung wegen Eigenbedarf. Genau zu diesem Zeitpunkt erbt sie unerwartet von ihrer Tante Wiebke , die sie nie persönlich kennengelernt hat, ein Haus und die Bonbonkocherei in Maasholm an der Schlei, die einst ihrem Großvater Krischan gehörte. Prompt tauchen bei ihr längst vergessene Erinnerungen auf, wie sie als 8jährige mit ihm kurz vor seinem Tod Bonbons hergestellt hat. Bei der Testamentseröffnung in Kiel erfährt sie ,daß das Erbe an die Bedingung geknüpft ist, im Haus zu wohnen und das ,, Bonscherhuus " zu betreiben. Das geht nicht, oder doch? Was wird ihre 16jährige Tochter Lena dazu sagen? Als Annika in Maasholm das Haus betritt, spürt sie ,wie sehr sie diese Gegend im Norden vermisst hat und daß es womöglich DIE Chance auf einen Neubeginn ist. Wissend, daß Lena bei ihrem Vater , Annikas Exmann, und seiner Familie gut aufgehoben ist, wagt sie den Schritt. In Maasholm steht ihr der alte Seebär Lars, der bereits mit Tante Wiebke zusammen gearbeitet hat, helfend zur Seite und weist sie in die Arbeit der Bonbonkocherei ein. Mit ihrer sympathischen Art und Weise auf Menschen zuzugehen, findet Annika Anschluss an die Dorfgemeinschaft. Ihren Spürsinn und eine besondere Gabe lässt sie besondere Bonbons herstellen. Wird ihr Mut eines Neuanfangs belohnt und findet sie mit Mitte 40 neues Lebensglück? Wird Annika dabei auch erfahren, warum sich ihre Mutter mit ihrer Schwester zerstritten hat , so daß sie deshalb ihre Tante nie kennenlernte?
Von der ersten Seite an , hat Birte Stährmann mich mit ihrem leicht zu lesenden und hervorragend bildhaften Erzählstil gefesselt. Die Beschreibungen der Handlungsorte sind so detailliert, daß sofort Bilder vor meinen Augen entstehen, ich die Orte , die hübschen Häuser, die Schlei direkt vor mir sehe. Wenn ich mit Annika,,de Maas rund " entlang spaziere, spüre ich den Wind , den Regen oder die Sonne auf der Haut. Die sympathischen Charaktere sind liebevoll, lebendig und absolut authentisch ausgearbeitet. So wie wir Norddeutschen häufig sind : offen und ehrlich, manchmal eher zurückhaltend, bis man sich etwas besser kennt. Wenn es darauf ankommt, hält die Dorfgemeinschaft zusammen .
Eindrucksvoll und detailliert wird dem Leser das Herstellen der Bonbons beschrieben. Ein wunderbares Handwerk, welches in der Eckernförder Bonbonkocherei, die als Vorbild dient, hautnah miterlebt werden kann. Man riecht förmlich die Düfte und schmeckt die Süße, während die verschiedenen Sorten in Gläsern auf den Regalen auf Genießer warten.
Die vielfältigen und abwechslungsreichen zwischenmenschlichen Beziehungen finden unaufdringlich ihren Platz in dieser wunderschönen Geschichte, die Mut macht, über einen Neuanfang nachzudenken und manchmal über den eigenen Schatten zu springen. Eine großartige , emotionale und berührende Wohlfühlgeschichte , die mich begeistert hat.
Ihre Autorin hat ihre eigenen Lebensstationen und ihre Liebe zur Region in diese Geschichte einfließen lassen. Diese Zuneigung spürt man durchgehend und wer noch nicht hier war, bekommt bestimmt Lust , sich die Region anzuschauen und die besondere Atmosphäre zu spüren.
Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil ,, Die Kaffeerösterei " , mit der Birte Stährmann den Leser im Herbst nach Flensburg entführt.
Von ganzem Herzen eine absolute Leseempfehlung für diese wunderschöne süße Glücksgeschichte