Mord & Breakfast ist der Auftakt einer neuen Cozy-Crime-Reihe von Anne Gordon und, soweit ich herausfinden konnte, zugleich ihr erstes Buch. Der Roman führt die Leserinnen und Leser in eine kleine, auf den ersten Blick friedliche Ortschaft im Herzen Schottlands genau die Art von Kulisse, die man sich für eine charmante, leicht skurrile Krimigeschichte wünscht. Schon nach den ersten Seiten spürt man die gemütliche Atmosphäre, aber auch die unterschwellige Spannung, die diesem Genre seinen besonderen Reiz verleiht.
Der Schreibstil von Anne Gordon hat mir sehr gut gefallen: flüssig, angenehm zu lesen und mit einem charmanten, humorvollen Unterton. Besonders positiv fand ich, dass die Kapitel recht kurz gehalten sind. Dadurch fiel es mir leicht, immer wieder nur noch ein Kapitel zu lesen und ehe man sich versieht, ist man schon mitten in der Handlung.
Die Geschichte selbst empfand ich als unterhaltsam und gut durchdacht. Melody Moss, die Hauptfigur, lebt in London und steht gerade an einem Wendepunkt in ihrem Leben: frisch arbeitslos, etwas orientierungslos und bereit für eine neue Herausforderung. Als sie die überraschende Nachricht erhält, dass sie das Bed & Breakfast ihrer verstorbenen Tante in Schottland erbt, macht sie sich neugierig auf den Weg, um sich alles vor Ort anzusehen zunächst mit der Absicht, das Erbe vielleicht zu verkaufen.
Der Kriminalfall, der sich bald entfaltet, ist spannend, und ich konnte der Handlung gut folgen. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass einige Elemente der Geschichte etwa das Erbe eines Bed & Breakfasts oder die Tante, die geheime Informationen über ihre Mitmenschen gesammelt hat mir aus einer anderen Cozy-Crime-Reihen bereits bekannt vorkamen. Dadurch ging für mich persönlich ein bisschen von der Originalität verloren. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt Freude bereitet, weil es einfach stimmungsvoll, unterhaltsam und mit Liebe zum Detail erzählt ist.
Mord & Breakfast ist ein vielversprechender Auftakt, der Lust auf mehr macht. Ich bin gespannt, wie sich Melody Moss und das kleine schottische Städtchen in den nächsten Bänden weiterentwickeln und ob Anne Gordon noch die eine oder andere Überraschung für uns bereithält.