In «Restsommer» von Kea von Garnier begleiten wir den Teenager Dominik durch sein letztes Schuljahr. Seit seine Mutter die Familie für einen anderen Mann verlassen hat, lebt er alleine mit seinem Vater, der als Bestatter arbeitet. Dominiks Alltag ändert sich als ein neuer Mitschüler namens Benjamin Nowak, kurz Biff, aus Berlin in seine Klasse im Schönacker kommt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine spürbare Dynamik. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege und plötzlich kommen Emotionen ins Spiel. Dominik gerät ins Grübeln. Ist er tatsächlich schwul? Wie soll seine Zukunft aussehen? Und wird er eines Tages wirklich in die Fussstapfen seines Vaters treten?
Die Geschichte wird komplett aus Dominiks Perspektive erzählt. Er ist ein offener, sympathischer Charakter, der jedem Menschen vorurteilsfrei eine Chance gibt. Ganz anders erging es mir mit Benjamin. Er war mir von Anfang an unsympathisch. Biff zieht Dominik in schwierige Situationen und übt einen negativen Einfluss auf ihn aus. Aus diesem Grund konnte ich die Skepsis von Dominiks Vater absolut nachvollziehen.
Das Buch greift hochaktuelle Jugendthemen auf, wie z. B. die Erste grosse Liebe, queere Identität, Alkoholkonsum, Party, Drogenkonsum und komplexe Familienbeziehungen.
Für mich war dies der allererste Roman über eine gleichgeschlechtliche Beziehung zwischen zwei jungen Männern. Das Thema war neu für mich in diesem Stil zu lesen. Dies wurde aber von der Autorin sensibel und absolut überzeugend umgesetzt. Die Kapitel sind angenehm kurz und in einer klaren, einfachen Sprache verfasst, sodass man durch die Seiten fliegt.
Wer emotionale, queere Jugendbücher mag, wird diese gut durchdachte Geschichte lieben. Einzig die für mich anstrengenden Facetten von Benjamins Charakter haben verhindert, dass mich das Buch emotional komplett abholen konnte. Deshalb gebe ich 4 von 5 Sternen!