In Love is like a Thunderbolt wagt Elli am College einen Neuanfang, während sie gleichzeitig mit ihrer Vergangenheit kämpft. Dort trifft sie auf Riven, der nach außen hin unnahbar wirkt, aber selbst mit inneren Konflikten zu kämpfen hat. Zwischen familiären Problemen und persönlichen Herausforderungen kommen sie sich näher als sie erwartet haben.
Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz so leicht, allerdings hat sich das mit fortschreitender Handlung schnell gelegt. Spätestens im weiteren Verlauf findet die Geschichte ihren Rhythmus und lässt sich flüssig lesen. Längen hatte das Buch für mich zu keinem Zeitpunkt, im Gegenteil: Es passiert durchgehend etwas, sodass man immer im Lesefluss bleibt.
Elli mochte ich als Protagonistin insgesamt gerne. Ihre Vergangenheit bringt eine gewisse Tiefe in die Geschichte. Auch Riven trägt sein eigenes Päckchen, wenn auch aus einer anderen, privilegierteren Perspektive. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich zwar im Verlauf, blieb für mich emotional aber etwas auf Distanz. Gerade weil so viele äußere Konflikte eine Rolle spielen, hätte ich mir hier mehr Fokus auf die Beziehung gewünscht.
Der Wechsel der Perspektiven sorgt für Abwechslung und gibt Einblicke in beide Figuren, ohne verwirrend zu wirken. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch das Gefühl, dass sehr viele Handlungsstränge parallel laufen. Immer wieder werden neue Konflikte angedeutet oder eingeführt, die teilweise recht schnell wieder aufgelöst werden. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise etwas unfokussiert, als sie hätte sein können.
Besonders spannend fand ich die Hintergründe rund um die Familien der Figuren, vor allem die Verbindungen zwischen Elli, Clover und Piper. Hier lag für mich eines der größten Potenziale der Geschichte, das vermutlich in den kommenden Bänden weiter ausgebaut wird. Auch die Nebenfiguren haben mir insgesamt gut gefallen und sorgen für eine angenehme Dynamik innerhalb der Gruppe.
Gegen Ende werden viele offene Punkte aufgegriffen und aufgelöst, was für einen runden Abschluss sorgt. Gleichzeitig bestätigte sich für mich der Eindruck, dass weniger Handlungselemente der Geschichte mehr Raum für Tiefe gegeben hätten.
Insgesamt ist Love is like a Thunderbolt dennoch ein solider Reihenauftakt, der unterhält und neugierig auf die Fortsetzungen macht. Für mich persönlich hätte ein klarerer Fokus und mehr emotionale Tiefe in der Liebesgeschichte das Buch noch stärker gemacht, dennoch sehe ich hier viel Potenzial für die weiteren Bände.