Carla Bergmann ist neue Praktikantin bei der Düsseldorfer Morgenpost. Ungereimtheiten einer Polizeimeldung wecken ihre Neugier und sie versucht, der Story hinter der Meldung auf den Grund zu gehen. Der Anschlag auf einen mutmaßlichen Informanten ist nur der Auftakt einer immer weitere Kreise ziehenden und zunehmend gefährlichen Angelegenheit, in der es um technologische Kriegsführung, die Verstrickung von Geheimdiensten und Rüstungsunternehmen geht.
Erzählt wird aus den abwechselnde Perspektiven Carlas und Jan Kollers. Carla gelingt es, den erfahrenen Journalisten, der es sich in seiner Position als Leiter der Hauptstadtredaktion und gern gesehenem Talkshowgast bequem gemacht hat, mit ihrem Elan mitzureißen, Jan gibt ihr Tipps und unterstützt die jungen Kollegin, deren Talent er schnell erkennt.
Ein Thema ist auch der finanzielle Druck, unter dem die Medienhäuser mit ihren immer unrentableren Printausgaben stehen, das Wegrationalisieren von Mitarbeitern, der Zwang, zu fusionieren und der zunehmende Einsatz von KI beim Schreiben von Nachrichten. Dem gegenüber steht die Bedeutung investigativen Journalismus', den Carla und Jan in der Geschichte wirklich eindrucksvoll betreiben.
Spaß macht neben dem Düsseldorfer Lokalkolorit auch das Wiedersehen mit Figuren aus früheren Krimis des Autors.
Horst Eckert schreibt klar und schnörkellos, kurze Sätze und Tempo in der Handlung tragen zur immer größer werdenden Spannung bei. Erschreckend finde ich den Ausblick auf die technologische Entwicklung und auf das, was dahinter steckt. Mir hat Horst Eckerts neuer, überaus aktueller Thriller gut gefallen und ich kann ihn nicht nur Fans von Verschwörungstheorien empfehlen.