1882: Die junge Lehrerin Charlotte Jäger zögert nicht lange, als ihr eine gut bezahlte Stelle als Betreuerin für den 5jährigen Albrecht angeboten wird. Sie reist ins Münsterland, wo das Gutshaus ihres neuen Arbeitgebers steht. Schon bald kommen ihr Zweifel, ob ihre Entscheidung richtig war. Der launische Hausherr stellt absurde Regeln auf, an die Charlotte sich zwingend halten soll. Sie darf das Haus nicht verlassen, ein Teil des Gebäudes darf nicht betreten werden und sogar ihre Kleidung und ihre Frisur werden von ihm bestimmt. Als sie nach einiger Zeit Geräusche und Stimmen hört, will man ihr einreden, daß sie hysterisch ist. Doch Charlottes Neugier ist geweckt und sie deckt Verbrechen auf, die sie sich so nie hätte vorstellen können.
Katja Angenents Roman "Das Gutshaus im Nebel" vereint mehrere Romangenres in einer Geschichte. Zunächst ist da - und zwar nicht zu knapp - der Gruselfaktor. Die Handlung wird oft in dichten Nebel getaucht. Man spürt ihn förmlich auf der Haut. Der historische Hintergrund sorgt für eine geheimnisvolle Atmosphäre. Dazu kommen die oft haarsträubenden Ansichten einiger Männer, wie eine Frau sich zu verhalten hattte. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Krimi, der sich in dem Buch versteckt. Der Fall entwickelt sich zu einer besonders bösartigen Geschichte, die seinesgleichen sucht. Katja Angenent schreibt so, daß dem Leser der Charakter Charlotte bald zur vertrauten Freundin, mit der man diese Zeit gemeinsam durchlebt, wird. Die Handlung hat mich sofort gefesselt und ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen!