Das Cover und den Farbschnitt finde ich schön und passend zur Geschichte. Und das Lentikularcover ist ein besonderes Extra und macht das Buch für mich noch ein wenig interessanter.
Adela hat in ihrem Tal die Aufgabe, Schädel zu pflegen, die sich dann in besonderen Zeremonien als Maske an ausgesuchte Menschen binden und aus denen Magie gewirkt wird. Der junge Kian gehört zu der Gruppe der Auserwählten. Durch einen Zufall werden dann die beiden durch zwei mystische Phönix-Schädel aneinander gebunden und müssen lernen mit der neuen Situation umzugehen. Denn nur die Kraft der Phönixe kann die Welt noch retten.
Adela ist eine junge Frau, die allen Erwartungen gerecht wird. Dich wirklich wohl fühlt sie sich damit nicht, denn sie hat andere Vorstellungen von ihrem Leben. Adela ist insgesamt recht sympathisch. Trotzdem ist sie auf ihre distanziert und ich bin nicht richtig warm mit ihr geworden. Sie ist stark, lässt sich nicht entmutigen und wächst an ihren Herausforderungen. Im Umgang mit Kian fand ich sie auch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ihre Entwicklung hat mir aber gut gefallen.
Kian fand ich auch gut. Er hat ein klares Ziel vor Augen und arbeitet aktiv darauf hin. Nur Adela kommt dazwischen und er muss für sich überlegen, was er wirklich will. Ich fand ihn durchaus interessant und etwas sympathischer als Adela.
Alle anderen Figuren haben mir ebenfalls gut gefallen. Jede Figur hat ein eine eigene Motivation. Mit der Hohepriesterin habe ich mich schwer getan, denn die hat aus meiner Sicht schon sadistische Züge.
Die Handlung war insgesamt spannend. Es gibt viele kleinere und größere Konflikte, Geheimnisse, Intrigen und überraschende Wendungen. Mich hat es schon im Buch gehalten, aber ich habe trotzdem ein paar Längen empfunden. Und auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz überzeugen. Man spürt schon ein wenig das Knistern und die Anziehung, aber mir persönlich fehlte Tiefe und es blieb recht körperlich. Die gewählten Themen fand ich super und auch richtig gut bearbeitet, vor allem hinsichtlich der Moral der Geschichte.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Alles liest sich flüssig und recht angenehm. Die Dialoge sind authentisch und passen Ausdruck zur Geschichte und den Figuren. Das Worldbuilding war okay. Hinsichtlich der Settings hätte ich mir aber ehrlicherweise deutlich mehr Abwechslung gewünscht. Dafür fand ich das Magiesystem genial. Für mich war das neuartig und auch gut durchdacht. Und für Darstellung der emotionalen Ebene hätte ich mir auch noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Es ist mir nicht so richtig gelungen, eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Von mir erhält dieses Buch eine klare Kaufempfehlung. Es ist spannend, mit einem neuartigen Ansatz und auch die Figuren weichen aus meiner Sicht mal vom typischen Schema der Fantasy-Figuren ab. Insgesamt hätte ich mir aber mehr Tiefe und mehr Abwechslung hinsichtlich der Settings gewünscht.
Vielen Dank an Jessi Cole Jackson, Regina Jooß und den penhaligon-Verlag für diese Geschichte.