Mit dem zweiten Teil der Reihe ,, Die Honigfrauen-Eine neue Heimat " bin ich erneut ganz gespannt nach Elberfeld ins Bergische Land gereist, wo 1910 Irma und Auguste Honig ihr Landcafé eröffnet haben. Leider lief die Eröffnung nicht besonders zufriedenstellend , den gekommenen Gästen schmeckten die Backwaren nicht. Es fehlte die gewohnte geschmackliche Finesse der alten Rezepte von Ludwig. So steht das Landcafé schneller vor dem Aus als gedacht, finanziell können die Beiden ohne Gäste nicht durchhalten. Nur wovon sollen sie dann leben? Da Irma schon einmal von den gebackenen Kreationen von Harriet Lenze kosten durfte, kommt ihr die Idee, ob sie nicht die Leitung in der Backstube übernehmen könnte. Doch würde ihre Großmutter Auguste die uneheliche Tochter Ludwigs in ihrem Unternehmen und ihrem neuen Zuhause dulden und akzeptieren wollen oder können? Gibt es eine andere Möglichkeit?
Schon nach nur wenigen Sätzen war ich wieder mittendrin in der Geschichte der Honigfrauen, die ich bereits im ersten Teil liebgewonnen habe. Irma hat durch die Herausforderungen, die der Tod ihres geliebten Großvaters Ludwig mit sich brachte, an Stärke und Selbstbewusstsein hinzugewonnen. Sie traut sich, ihre Ideen mutig vorzutragen, findet dabei Unterstützung von Minna und Eugen, ihrem besten Freund seit Kindertagen. Nur daß Arno Kuhn sich seit der misslungenen Eröffnung nicht mehr bei ihr meldet , setzt ihr zu und verunsichert sie. Waren sie sich doch so sehr zugetan, daß ein Heiratsantrag womöglich kurz bevorstand.
Der unglaublich bildhafte und mitreißende Schreibstil, sowie die abwechselnden Erzählperspektiven, ließen mich tief in die Geschichte, die Gedanken und Gefühle der Protagonisten eintauchen. Ich habe so sehr mit ihnen mitgefiebert, ob das Landcafé schon bald mehr Gäste mit interessanten Kreationen und der tollen Aussicht anlocken kann und wie sich die Beziehungen der liebgewonnenen Personen weiter entwickeln. Manchmal braucht es eben auch viel Mut , über sich selbst , seine Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken und es auch auszusprechen und Worten Taten folgen zu lassen. Denn auch wenn das Leben manchmal Haken schlägt, kann man zum erhofften Ziel kommen.
Mirjam Müntefering hat mich mit diesem großartigen warmherzigen und durch unerwartete Wendungen spannenden Roman begeistert. Die Seiten flogen nur so dahin und innerhalb von kürzester Zeit habe ich die 500 Seiten verschlungen. Nun habe ich große Lust auf einen Besuch ins Bergische Land, in das Café, welches Inspiration für diese wunderschöne Roman-Dilogie bot, um mit dem wunderschönen Ausblick die leckersten Köstlichkeiten zu genießen.
Von ganzem Herzen empfehle ich diese hervorragende Dilogie allen , die gefühlvolle Familiengeschichten mit starken Frauen, großen Träumen und Mut mögen.