Dies ist schon der 3. Band um die Berner Ex-Polizistin Malou Löwenberg. Natürlich ist es schöner, alle Bände chronologisch zu lesen, da Malous Suche nach ihren leiblichen Eltern als Nebenhandlung von Band zu Band fortgeführt wird. Aber man kann sich auch einzelne Bände herauspicken und sie unabhängig voneinander lesen. Die wichtigsten Hintergrundinformationen bekommt man auf jeden Fall.
Mittlerweile arbeitet Malou als Privatermittlerin, wobei sie sich auf die Suche nach vermissten Personen spezialisiert hat. Ihre neue Auftraggeberin ist Lana Boban, die im Hospiz auf den Tod wartet. Ihr Bruder Lucas hat vor 26 Jahren gestanden, im Wahn zwei Mädchen ermordet zu haben. Seitdem ist er untergetaucht. Lanas Wunsch ist es nun, Lucas noch ein Mal zu sehen. Damit bringt sie Malou in einen Gewissenskonflikt: Sollte sie Lucas wirklich finden, müsste sie ihn als gesuchten Mörder der Polizei übergeben und somit ihrer Auftraggeberin in den Rücken fallen.
Mir gefällt Christine Brands Schreibstil unglaublich gut. Er wirkt dynamisch und fesselnd. Zum größten Teil wird Malous Perspektive erzählt. Durch kurze Rückblenden ins Jahr 2000 aus Sicht der damals Betroffenen wird nach und nach offenbart, was sich wirklich zugetragen hat. Die Autorin schafft es immer wieder, dass ich mich der Protagonistin ganz nahe fühle. Malou finde ich mit all ihren Zweifeln, ihrer Empathie, ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit unglaublich sympathisch.
Die Story ist super spannend. Ich habe mich öfter dabei erwischt, wie ich den Atem angehalten und gebannt eine Seite nach der anderen umgeblättert habe. Bei der aufregenden Jagd nach dem Täter begleiten wir Malou durch Bern, Interlaken und ins Ausland. Immer wieder tauchen neue Puzzlestücke auf, die das Bild allmählich vervollständigen. Man kann dabei wunderbar miträtseln, aber der Täter wird erst kurz vor Schluss offenbart. Genial!
Die Malou Löwenberg-Reihe:
1. Vermisst. Der Fall Anna
2. Vermisst. Der Fall Emily
3. Vermisst. Der Fall Lucas