Dante arbeitet als Social Media Manager im Mont Lacroix und ist dort eigentlich für seine offene, sonnige Art bekannt. Hinter dieser Leichtigkeit steckt allerdings einiges, das er lieber für sich behält. Seit seine leiblichen Eltern ihn als Kind verlassen und weggegeben haben, sitzt die Angst tief, wieder verlassen zu werden, sobald er jemanden wirklich an sich heranlässt. Als seine Eltern sterben und Dante zur Testamentseröffnung eingeladen wird, wird er plötzlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert und begegnet dabei Eloise.
Eloise hat nach dem Betrug ihres Freundes ebenfalls genug von ihrem bisherigen Leben und möchte eigentlich nur Abstand gewinnen. Ein neuer Aushilfsjob im Mont Lacroix kommt da gerade recht. Dass sie ausgerechnet dort wieder auf Dante trifft, macht ihren Neustart allerdings deutlich aufregender als geplant. Zwischen der Organisation eines wichtigen Events, alten Wunden und jeder Menge unausgesprochener Gefühle kommen sich die beiden immer näher. Denn obwohl beide versuchen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, holen genau diese Dinge sie wieder ein.
Waiting for Eloise ist für mich genau die Art von drittem Band, die man sich bei einer Reihe wünscht: genau so schön wie die Vorgänger und gleichzeitig eine Geschichte, die ganz für sich funktioniert. Ich habe mich unglaublich darauf gefreut, wieder ins Mont Lacroix zurückzukehren, und war tatsächlich schon nach wenigen Seiten wieder komplett drin. Dieses Setting hat für mich einfach etwas ganz Besonderes. Es fühlt sich inzwischen so vertraut an, dass man beim Lesen beinahe das Gefühl bekommt, selbst wieder vor Ort zu sein und all die bekannten Menschen um sich zu haben.
Und ja, auch diesen Band habe ich wieder innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Die Bücher der Reihe haben für mich einfach einen enormen Sog. Gerade bei Band drei kommt natürlich noch dazu, dass man das Umfeld und viele der Figuren bereits kennt. Dadurch fühlt sich der Einstieg unglaublich leicht an und man kann sich direkt auf Dante und Eloise konzentrieren.
Alexandra Flints Schreibstil hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Er ist locker, flüssig und angenehm zu lesen, ohne dabei oberflächlich zu wirken. Besonders die emotionaleren Szenen funktionieren für mich sehr gut, weil die Gefühle der Figuren nachvollziehbar vermittelt werden, ohne dass alles unnötig dramatisiert wird.
Das große Highlight waren für mich aber ganz klar Dante und Eloise. Beide habe ich unglaublich schnell ins Herz geschlossen.
Dante wirkt nach außen wie der Sonnenschein des Mont Lacroix, doch je mehr man hinter seine Fassade schauen darf, desto deutlicher wird, wie viel Schmerz eigentlich in ihm steckt. Seine Angst, wieder verlassen zu werden, und die Art, wie sehr er versucht, sich selbst zu schützen, haben mich wirklich berührt.
Auch Eloise mochte ich unheimlich gern. Sie kommt mit ihrem eigenen Päckchen ins Mont Lacroix und versucht zunächst vor allem, Abstand zubekommen. Dabei ist sie keineswegs nur das typische gebrochene Herz, sondern bekommt ihre eigene Persönlichkeit und Entwicklung. Ich mochte besonders, wie sie Dante begegnet und wie selbstverständlich sie hinter seine Fassade blickt.
Überhaupt lebt die Beziehung der beiden für mich von etwas, das in Liebesgeschichten nicht immer selbstverständlich ist: echtem Verständnis. Zwischen Dante und Eloise geht es nicht nur um Anziehung und Knistern, wobei davon definitiv genug vorhanden ist. Viel wichtiger fand ich, dass beide das Gefühl bekommen, vom anderen wirklich gesehen zu werden. Ehrliche Gefühle, Loyalität und das Verständnis für die jeweiligen inneren Kämpfe spielen eine große Rolle. Dadurch hat sich ihre Verbindung für mich sehr authentisch angefühlt.
Auch die Handlung rund um Dantes Vergangenheit und die Testamentseröffnung sowie Eloises Vater fand ich spannend. Sie bringt eine zusätzliche Ebene in die Geschichte und sorgt dafür, dass Waiting for Eloise nicht ausschließlich von der Liebesgeschichte getragen wird. Gleichzeitig mochte ich die Eventvorbereitungen im Mont Lacroix sehr, weil dadurch wieder dieses typische Gefühl der Reihe entsteht: Man ist mitten im Hotelgeschehen, erlebt den Alltag dort und bekommt gleichzeitig die persönlichen Geschichten der Figuren mit.
Und natürlich ist da wieder dieses traumhafte Setting. Das Mont Lacroix ist für mich mittlerweile fast selbst eine Figur der Reihe. Ich liebe die Atmosphäre, die Mischung aus besonderem Hotel, wunderschöner Umgebung und diesem unglaublich familiären Miteinander. Und trotzdem wird es im Mont Lacroix nie langweilig und es gibt auch hier wieder neue Orte zu entdecken.
Fazit
Waiting for Eloise von Alexandra Flint war für mich wieder eine wunderschöne Rückkehr ins Mont Lacroix. Ich habe das Setting, die Atmosphäre und vor allem Dante und Eloise sehr geliebt. Beide sind für mich ganz besondere Charaktere, deren Geschichte durch ihre Verletzlichkeit, ihre Loyalität und das gegenseitige Verständnis sehr viel Wärme bekommt.
Alexandra Flint schafft es erneut, eine romantische, emotionale und gleichzeitig wunderbar leichte Geschichte zu erzählen, in der man sich einfach wohlfühlen kann. Ich war sofort wieder mitten in dieser Welt und wollte sie eigentlich gar nicht mehr verlassen.