Ulm im Jahr 1416 wirkt lebendig, doch hinter den Häusern lauern Gerüchte und Geheimnisse. Niemand ist sicher vor Verdacht und Misstrauen.
Im Mittelpunkt steht Anna Ehinger, eine ehemalige Begine, die über viel Wissen verfügt und genau deshalb unter Beobachtung steht. Nach dem Tod einer reichen Kaufmannswitwe gerät ihr Wissen über Kräuter und Arzneien schnell in Verruf. Auch wenn der Rat der Stadt ihr glaubt, bleibt die Stimmung angespannt.
Als weitere Morde geschehen und die junge Novizin Luzia verschwindet, verändert sich die Lage deutlich. Die Angst wächst, und viele Menschen suchen nach einfachen Erklärungen. Gerüchte über Dämonen und dunkle Mächte prägen die Stimmung in der Stadt.
Die Geschichte entwickelt sich ruhig und ohne Hast. Ereignisse folgen logisch aufeinander. Die Suche nach der Wahrheit ist anstrengend und nicht ungefährlich.
Die Atmosphäre bleibt dicht und spürbar. Enge Gassen, leise Gespräche und viel Unsicherheit prägen das Bild der Stadt. Gewalt wird zurückhaltend dargestellt und fügt sich unauffällig in die Handlung ein. So entsteht eine ernsthafte und glaubwürdige Grundstimmung.
Am Ende stehen weniger die Verbrechen im Vordergrund als die Menschen und ihre Ängste. Misstrauen, Gerüchte und alte Vorstellungen beeinflussen viele Entscheidungen. Eine stimmige Geschichte, die ohne große Effekte auskommt und lange nachwirkt. Dafür vergebe ich vier Sterne und eine Leseempfehlung.