Ich fand den Start in die Geschichte eigentlich total gelungen. Andi ist quasi am Tiefpunkt seines Leben, die Situation recht ausweglos, als ein Fremder ihm eine Perspektive und die Aussicht auf eine Versöhnung mit seinem Vater bietet. Kurzer Hand bricht Andi nach Portugal auf, nur um sich in einem Netz aus Lügen, Täuschung und Gewalt wiederzufinden.
Das Setting rund um den leicht schäbigen Campingplatz und das Rätsel um Walters Verbleib fand ich sehr atmosphärisch angelegt. Auch die Aufarbeitung des Falls, der Walter vor Jahren ins Gefängnis brachte, war sehr gelungen. Stück für Stück setzt sich die Handlung zu einem größeren Bild zusammen. Für mich hätte da zwischendurch gerne das Tempo ein bisschen mehr anziehen können, dann unter der portugiesischen Sonne schreiten Audis Nachforschungen eher gemächlich voran.
Andi ich etwas schwer greifbar und nicht jede seiner Entscheidungen unbedingt nachvollziehbar. Vor allem wie beinahe blind und naiv er sich ins Geschehen stürzt, nachdem er zuvor über ein Jahrzehnt keinen Kontakt zu seinem Vater hatte, war für mich nicht ganz nachvollziehbar. Interessant fand ich aber, wen er auf der Suche nach Walter alles trifft, welche Interessen die einzelnen Personen verfolgen und wie die Geschichte um das Gold wohl ausgeht. Die kriminellen Machenschaften selbst fand ich eher flach und oberflächlich angelegt, da hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet.
Teilweise hätte für mich gerne etwas knackiger und temporeicher sein können, aber hat mit insgesamt ganz gut gefallen. Spannungstechnisch eher dezent, aber dafür fängt es die Atmosphäre gut ein.