Buchmeinung zu Frank Goldammer »Strandopfer«
»Strandopfer« ist ein Kriminalroman von Frank Goldammer, der 2026 bei Rowohlt erschienen ist.
Zum Autor:
Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Handwerksmeister und kam, neben seinem Beruf, schon früh zum Schreiben. Mit seinen Büchern landet er regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Der Autor lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt.
Zum Inhalt:
Ein deutscher Tourist wird tot am Strand bei Schwinemünde aufgefunden. Die LKA-Ermittlerin Lena Schuldt soll dort die polnische Polizei unterstützen. Als ein junges Mädchen aus der Reisegruppe des Toten verschwindet, müssen Lena Schuldt und der polnische Kommissar Adam Krawczyk einen Weg zur Zusammenarbeit finden.
Meine Meinung:
Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht der LKA-Ermittlerin Lena Schuldt erzählt, die nahe der Grenze zu Polen aufgewachsen ist. Sie wird mehrmals von traumatischen Erinnerungen aus ihrer Jugend heimgesucht und wiekt dann sehr verletzlich. Zudem pflegt sie etliche Vorurteile gegenüber Polen und seinen Bewohnern. Auffällig ist, dass sie keine polnischen Sprachkenntnisse hat, sich aber bemüht, etwas zu lernen. Ihr polnischer Kollege Adam Krawczyk spricht fließend deutsch, aber Lena gewinnt bald den Eindruck, dass er ihr Informationen vorenthält. Statt einer vertrauensvollen Zusammenarbeit herrscht Misstrauen zwischen den Ermittlern. So wirken beide Ermittler nicht sonderlich sympathisch, sind aber bemüht, ihren Job bestmöglich zu erledigen. Beide Figuren wirken glaubwürdig und realistisch. Die deutsche Reisegruppe wirkt noch weitaus unsympathischer und erweckt den Eindruck, wichtige Informationen zu verschweiden. Nach dem Verschwinden des jungen Mädchens reist deren Vater an und das zerrissene Verhältnis der beiden Elternteile rückt in den Mittelpunkt.
Der Schreibstil ist eindringlich und vermittelt viele Emotionen. Gut gefallen hat mir die atmosphärische Schilderung der Urlaubsregion, vor allem abseits der Haupzpfade. Die Handlung ist komplex und lange Zeit ist nicht klar, in welche Richtung es gehen wird. Interessant fand ich die Beschreibung der Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit der Polizeibehörden, die ich so nicht erwartet hatte. Stellenweise wurden mir Lenas Probleme zu ausführlich behandelt. Die Spannung hielt sich auch deshalb lange Zeit im Rahmen, stieg dann aber deutlich an. Beeindruckt hat mich die Hartnäckigkeit der beiden Ermittler, die nach einigen Fehlschlägen und Ermittlungsfehlern doch noch zum Erfolg führte. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Zum Ende hin habe ich sogar mit den Polizisten mitgefiebert. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten und würde auch eine Fortsetzung lesen wollen.
Fazit:
Ein eindringlicher Krimi, der sich auch schwer verdaulichen Themen widmet. Dieser Titel hat mir nach mäßigem Start zunehmend besser gefallen. Deshalb bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Ich kann das Buch Freunden eher härterer Krimikost empfehlen.