Ignite hatte auf dem Papier eigentlich vieles, was ich gerne lese: Age Gap, grumpy Love Interest, alleinerziehender Vater und dazu noch ein Feuerwehrmann als Protagonist. Leider hat die Umsetzung für mich am Ende nicht ganz gehalten, was ich mir davon versprochen hatte.
Direkt vorweg: Wer wegen des Feuerwehr-Settings zugreift, sollte die Erwartungen etwas anpassen. Dass Dex Feuerwehrmann ist, bleibt über weite Strecken eher nebensächliches Beiwerk und wird aus meiner Sicht ziemlich stiefmütterlich behandelt. Die Geschichte hätte mit kleinen Anpassungen fast genauso gut in einem anderen beruflichen Umfeld stattfinden können.
Positiv hervorheben möchte ich auf jeden Fall den Schreibstil. Das Buch liest sich angenehm flüssig, locker und unkompliziert weg: ich bin gut durch die Seiten gekommen und hatte nie das Gefühl, sprachlich irgendwo hängenzubleiben.
Nicht überzeugen konnte mich dagegen das Tempo der Geschichte. Für meinen Geschmack zieht sich die Handlung zu sehr und dreht immer wieder Schleifen, ohne wirklich neue Entwicklungen einzubringen. Irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich mich ernsthaft gefragt habe, was auf den letzten fünfzig Seiten überhaupt noch passieren soll, weil die Geschichte für mich gefühlt schon erzählt war. Dadurch wurde das Leseerlebnis zunehmend träge.
Den Age-Gap-Trope lese ich eigentlich sehr gerne. Hier ist es für mich aber stellenweise in eine Richtung gekippt, die ich unangenehm fand. Dass Figuren sich Gedanken über den Altersunterschied machen, gehört für mich dazu. Schwieriger wurde es für mich dadurch, dass Dex immer wieder betont, wie süß und wie kindlich Winnie sei. Das hat bei mir nicht die Dynamik erzeugt, die ich mir von diesem Trope wünsche, sondern eher einen seltsamen Beigeschmack hinterlassen.
Der Punkt, der für mich das Buch letztlich am stärksten überschattet hat, war allerdings die erste intime Szene zwischen den beiden. Auch wenn Dex vorher ankündigt, nicht sanft zu sein, in dem Moment, in dem Schmerzen geäußert werden, war für mich persönlich eine Grenze erreicht. Diese Szene hat meinen Blick auf die Beziehung danach deutlich beeinflusst und sich leider nicht mehr richtig aus dem Leseerlebnis lösen lassen.
Ein echtes Highlight waren dagegen Dex Kinder. Für mich haben sie einen großen Teil der Geschichte getragen und waren mit Abstand die stärksten Nebencharaktere, lebendig, sympathisch und oft deutlich interessanter als die eigentliche Liebesgeschichte.
Insgesamt ist Ignite für mich ein solides Buch mit angenehmem Schreibstil und starken Nebenfiguren, das aber bei Tempo, Romance-Dynamik und einigen inhaltlichen Entscheidungen deutlich hinter meinen Erwartungen geblieben ist.