Schon das Cover vermittelt den typischen Agatha Raisin. Diese ländliche Ruhe bildet erneut den reizvollen Kontrast zu einem Mordfall, der es diesmal in sich hat. Inhaltlich dreht sich alles um eine neue Therapeutin im Dorf, die mit unangenehmem Interesse an fremden Geheimnissen für Unruhe sorgt und bald zum Mittelpunkt eines gefährlichen Geschehens wird. Als Agatha selbst unter Verdacht gerät, nimmt die Geschichte rasch Fahrt auf.
Die Handlung entwickelt sich temporeich und hält zahlreiche falsche Spuren bereit, was für Spannung sorgt, stellenweise aber auch etwas überladen wirkt. Für einen Cosy Crime ist die Anzahl der Todesfälle überraschend hoch.
Agatha Raisin zeigt sich erneut als widersprüchliche Hauptfigur mit scharfem Verstand, impulsivem Auftreten und einem ausgeprägten Hang zu emotionalen Verwicklungen. Besonders ihre privaten Turbulenzen nehmen viel Raum ein, während sie bei den Ermittlungen dennoch aufmerksam und ausdauernd bleibt.
Der Schreibstil ist knapp und nüchtern, sehr britisch geprägt und eher berichtend als ausschmückend. Das liest sich flüssig, lässt jedoch wenig Raum für emotionale Tiefe. Die bekannten Nebenfiguren sorgen für Vertrautheit und bringen Humor und Wärme in die Geschichte.
Im Fazit bleibt ein solider Band der Reihe, der nicht zu den stärksten zählt, aber gut unterhält. Ich habe das Buch gerne gelesen und wurde trotz kleiner Schwächen bestens unterhalten.