Ein mächtiger Triumph des Kölner Erzbischofs Reinald von Dassel verändert die Geschichte: Nach der Einnahme Mailands bringt er die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln. Die Stadt wird daraufhin zum Magneten für Pilger, die auf Wunder hoffen. Noch ruhen die Reliquien in einer schlichten Kiste, doch ihr Ruf verlangt nach einem würdigen Schrein. Der berühmte Goldschmied Nicolaus von Verdun soll dieses einzigartige Kunstwerk erschaffen. Seine Berufung sorgt jedoch für Unmut, denn die Kölner Goldschmiede fühlen sich übergangen und sehen den prestigeträchtigen Auftrag an einen Fremden verloren.
Die Handlung ist so aufgebaut, dass man den einzelnen Protagonisten abwechselnd folgt. Das sorgt für Abwechslung und erhöht den Spannungsbogen. Historische Aspekte wie Kriege, Eroberungen und Raubzüge kommen erst später stärker ins Spiel, werden dann aber sehr gut in die Handlung eingewoben. Man lernt etwas, ohne von Fakten erschlagen zu werden.
Im letzten Drittel gings mir etwas zu schnell. Viele Nebenstränge wurden recht zügig abgehandelt. Und ich hätte mir mehr durchgehende Beschreibungen des Dreikönigenschreins gewünscht. Dieser steht am Anfang und Ende im Fokus, dazwischen aber weniger. Stattdessen stehen hier mehr die Schilderungen mittelalterlicher Lebensumstände sowie kirchlicher und politischer Entwicklungen im Fokus.
Im Mittelpunkt steht Nicolaus mit seiner Familie. Die Hauptcharaktere, aber auch die Nebencharaktere sind sehr facettenreich gestaltet. Es gibt Sympathieträger, zwielichtige Gestalten, Charaktere, die man gern begleitet und solche, die man am liebsten schütteln würde. Diese große Bandbreite macht die Figuren glaubwürdig und sorgt dafür, dass man mit ihnen mitfiebert, sich ärgert, hofft und bangt.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und so atmosphärisch, dass man sich mitten ins mittelalterliche Köln versetzt fühlt. Geräusche, Gerüche, Stimmungen all das wirkt so lebendig und authentisch.
Mein Fazit:
Atmosphärisch stark, lebendig erzählt, mit tollen Figuren - absolut lesenswert.