Die Sommer werden immer heißer und länger. Der Regen bleibt aus. Wer konnte, ist schon längst in den Norden gezogen, nach Kanada, Sibirien und in andere Gebiete, die durch den Klimawandel jetzt geradezu paradiesisch sein müssen. Fausto ist geblieben, als einer von wenigen in dem Dorf irgendwo in Frankreich. Sie kämpfen täglich ums Überleben. Eines Tages taucht eine junge Frau auf, der die Hitze überhaupt nichts auszumachen scheint, und Fausto verliebt sich Hals über Kopf
232 Seiten für ein so komplexes Thema - das hätte mir gleich zu denken geben sollen. Das Szenario ist gut, man hätte tatsächlich viel mehr daraus machen können, wenn man dem Buch mehr Raum gegeben hätte. Zuweilen hatte ich den Eindruck, ein etwas umfangreicheres Exposé in Händen zu halten, dessen ausführliche Ausarbeitung erst noch erfolgen muss.
Der Anfang ist recht gemächlich. Eindrücklich und fast körperlich erfahren wir die brütende Hitze, die sengende Sonne, die alles Leben verdorren lässt. Das ist wirklich gut beschrieben. Aber dabei passiert erst mal nichts, was ich nicht in anderen dystopischen Romanen schon mehrfach gelesen hätte. Bis Valérie auftaucht. Mit ihr wird es spannend, wenn auch nicht unbedingt überraschend. Vieles ist so vorhersehbar.
Die Handlung ist eingleisig. Wir befinden uns die ganze Zeit an Faustos Seite. Trotzdem bleibt selbst der Protagonist ziemlich blass, von den übrigen Figuren mal ganz abgesehen.
Durch Faustos Gedanken, die sich viel mit der Vergangenheit beschäftigen, wird man erinnert, dass wir uns im richtigen Leben gerade in dieser Vergangenheit befinden, wo vor extremen Klimaänderungen gewarnt wird. Könnte unsere Zukunft auch wirklich so aussehen wie Faustos Gegenwart?